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Montag, 20.08.2018
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Was tun, wenn das "Christkind" bevorsteht?

Maßnahmen zur Vorbereitung auf den El Niño

Verhindern lässt sich der El Niño genausowenig wie die Jahreszeiten - wenn er kommt, kommt er und keine Macht der Welt kann ihn aufhalten. Aber ganz ohne Gegenwehr müssen sich die betroffenen Regionen dennoch nicht ergeben. Durch vorbeugende Maßnahmen können sie zumindestens die schlimmsten Folgen verhindern.

Im Sturm zerstörtes Haus

Peru ist eines der Länder, die inzwischen ein standardisiertes System von Vorhersage und den daraus folgenden Maßnahmen und Handlungsanweisungen entwickelt haben. Jedes Jahr im November veröffentlichen die peruanischen Klimaforscher die Prognosen für die kommende Regenzeit. Dabei stufen sie ihre Ergebnisse in eine von vier Kategorien ein: normale Bedingungen, schwacher El Niño mit erhöhten Niederschlägen, starker El Niño mit Überschwemmungen und als viertes La Nina-Bedingungen mit erhöhtem Dürrerisiko.

Steht der Status fest, treffen sich Regierungsbeamte und Vertreter der Landwirtschaftsverbände um gemeinsam zu entscheiden, welche Kombination von Pflanzen ausgesät werden sollte, um unter den vorhergesagten Bedingungen dennoch optimale Ernten zu bringen.

Besonders Reis und Baumwolle, zwei der wichtigsten Feldfrüchte im Norden Perus, sind extrem sensibel gegenüber Menge und Zeitpunkt der Niederschläge. Entsprechend empfiehlt das peruanische El Niño-Team den Bauern, in feuchten El Niño-Jahren vermehrt Reis, in normalen oder trockenen Jahren dagegen mehr Baumwolle anzubauen, um Missernten zu vermeiden. Ähnliche Maßnahmen gibt es inzwischen auch in anderen stark vom El Niño betroffenen Ländern wie Australien, Brasilien, Äthiopien und China.

Doch auch in nicht-tropischen Regionen kann die entsprechende Vorwarnung einiges an Geld und Schäden ersparen. So verursachte der starke und überraschend aufgetretene El Niño von 1982/83 allein in Kalifornien wirtschaftliche Einbußen von rund 2,2 Milliarden US-Dollar. Der nicht minder starke El Niño von 1997/98 dagegen schlug nur mit 1,1 Milliarden Dollar - genau der Hälfte - zu Buche.

Zu verdanken hatten dies die Kalifiornier vor allem den rechtzeitigen Vorbeugungsmaßnahmen: Schon im Vorfeld gaben die Einwohner und Behörden des Bundesstaates mehr als 125 Millionen Dollar für Sturm und Regensicherungen von Geschäftsgebäuden und Wohnhäusern aus, Farmer passten Aussaat und Bewirtschaftungsmaßnahmen den zu erwartenden starken Niederschlägen an und Wasser- und Stromversorger sicherten Staudämme und stellten die Energieversorgung teilweise auf Wasserkraft um. Diese Aktionen konnten zwar nicht alle Folgen des El Niño verhindern, die Schäden aber immerhin deutlich verringern.

Auch wenn der nun vor der Tür stehende El Niño wohl nicht ganz so stark ausfallen wird, wie 1997/98 - die Kalifornier und mit ihnen auch einige andere Länder werden für seine Ankunft gerüstet sein - dank der rechtzeitigen Vorwarnung der Klimaforscher.

Stand: 23.08.2001
 
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