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Handarbeit ersetzt Maschinenkraft
Artisanaler Coltan-Bergbau

„Rund zwei Millionen Bergleute gibt es in der Demokratischen Republik Kongo,“ schätzt Jürgen Vasters von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), „und rund zehn Millionen vom Kleinbergbau abhängige Menschen – das sind rund 20 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes.“

80 bis 100 Prozent aus Kleinstbergbau
Förderung von Wolframerzen im artisanalen Bergbau 
Förderung von Wolframerzen im artisanalen Bergbau
© BGR  Förderung von Wolframerzen im artisanalen Bergbau
Diese Bergleute im so genannten artisanalen Bergbau, der nahezu ausschließlich in Handarbeit erfolgt und kaum mechanisiert ist, haben bis vor kurzem je nach Rohstoff zwischen 80 und 100 Prozent der kongolesischen Gesamtrohstoffproduktion gefördert. Coltan steht dabei ebenso auf der Liste der Rohstoffe wie Gold und Silber oder Wolfram und Kobalt. Fast alle diese Edelmetalle stammen im Kongo aus der artisanalen Produktion.

Weltweit sind rund 15 Millionen Menschen im artisanalen und Kleinbergbau beschäftigt. Wissenschaftler schätzen aber, dass insgesamt sogar 100 Millionen Menschen existentiell davon abhängig sind. Zum Vergleich: Der industrielle Bergbau beschäftigte zur Jahrtausendwende weltweit lediglich etwa sieben Millionen Menschen.

Unterschätze Gefahren
Der Bürgerkrieg im Kongo hat der Entwicklung des Kleinbergbaus Vorschub geleistet. Doch obwohl dadurch zahlreiche Möglichkeiten an alternativen Einkommensquellen entstanden sind, birgt er auch Gefahren. „Obwohl die meisten Berggesetze den artisanalen Bergbau theoretisch regeln, ist der Einfluss der gesetzlichen Bestimmungen auf den Sektor in der Realität sehr gering“, so Frank Melcher, der auch an der BGR den Kleinbergbau im Kongo untersucht hat. „Die Arbeitsbedingungen sind schlecht, Kinder- und Zwangsarbeit sind üblich. Die mangelnde Arbeitssicherheit führt darüber hinaus häufig zu Unfällen.“

Aufgrund der fehlenden technischen Ausrüstung und mangelnder Ausbildung sind die Bergarbeiter in den Coltan-Minen des Ost-Kongo besonderen Gefahren ausgesetzt. Vor allem Erdrutsche verursachen immer wieder Todesfälle in den Minen. Oft graben die Bergleute an Berghängen bis zu sechs Meter tief. Wenn die Löcher mit Wasser vollaufen, können sie einstürzen, oder der gesamte Hang rutscht ab.

Abhängigkeit von Händlern
Zudem werden die Bergleute während der Anfangsphase ihrer Tätigkeit oft von Händlern zwischenfinanziert und sind später dann gezwungen, dieses Darlehen abzuarbeiten. Die Folge: langfristige Abhängigkeit.

Die Minenarbeiter selbst können die geförderten Rohstoffe kaum selbst verkaufen, da sie weder über die technische noch die ökonomische Infrastruktur verfügen, und so keinen Zugang zu freien Rohstoffmärkten finden. Händlern vor Ort gibt dies die Möglichkeit, die Preise noch stärker zu diktieren als ohnehin.

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