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Freitag, 10.02.2012
Mit dem Bagger auf Mammut-Jagd
Spektakuläre Funde im Torf

Gut erhaltenes Mammut-Skelett 
Gut erhaltenes Mammut-Skelett
© Mammutmuseum Niederweningen  Gut erhaltenes Mammut-Skelett
Neue spektakuläre Funde im Jahr 2003 zeigen, dass tief in der Erde um Niederweningen, das nordwestlich von Zürich nahe der deutsch-schweizerischen Grenze liegt, noch immer zahlreiche eiszeitliche Überraschungen schlummern. Kaum 100 Meter vom alten „Mammutloch“ entfernt, stößt Thomas Maag mit seinem Bagger bei Bauarbeiten erneut auf zahlreiche Mammutreste. Im Jahr 2004 werden dann an einer anderen nahe gelegenen Baustelle ebenfalls knöcherne Überbleibsel eines riesigen Mammutbullen zutage gefördert.

Doch warum sind gerade hier in der Schweiz Mammutfunde keine Seltenheit? Auf diese Frage hat das Mammutmuseum Niederweningen mittlerweile eine Antwort parat. Knapp eine Million Jahre alt ist das Wehntal in dem Niederweningen liegt. Entstanden ist es durch riesige Schmelzwasserströme und Gletschervorstöße, die damals eine lange, tiefe „Kerbe“ in den weichen Untergrund pflügten.

Mit der Zeit bildete sich dort ein See, der aber nach und nach wieder verlandete. Diese Sumpf- und Moorgebiete entwickelten sich für schwergewichtige Dickhäuter wie die Mammuts zu einer tödlichen Falle. Auf der Suche nach Nahrung oder Trinkwasser wagten sie sich zu weit vor und blieben im Morast und Schlick stecken – ohne eine Chance sich daraus wieder befreien zu können.

Mammuts, Wollnashörner oder Bisons verendeten qualvoll und versanken mit der Zeit in den Sümpfen. Während Haut, innere Organe und Muskeln von Mikroorganismen zersetzt wurden, überstanden die Knochen, aber auch Zähne und Stoßzähne, nicht nur die Torfbildung, sondern auch Jahrtausende der Ruhe problemlos und blieben so für die Nachwelt erhalten.

Mammuts gab es auch in Deutschland
 Mammut-Stoßzahn
Mammut-Stoßzahn
© Mammutmuseum Niederweningen
Längst nicht überall in Mitteleuropa hat man so viele Mammutskelette gefunden, wie in Niederweningen. In Deutschland sind bisher nur wenige Exemplare aufgespürt worden. So geschehen beispielsweise im oberbayerischen Siegsdorf im Jahr 1975, wo der damals 16-jährige Bernard Raymond von Bredow im so genannten Gerhartsreiter Graben auf die Überreste eines Mammuts stößt, das er „Oscar“ nennt.

Erst zehn Jahre später jedoch hat er endlich den Mut von seinen Funden zu berichten. Danach beginnen umfangreiche Grabungen unter seiner Leitung an der Fundstelle. Sie befördern neben weiteren Mammutknochen noch Skelettteile von Wisenten oder Wölfen sowie Oberarmknochen und Geräte von Neandertalern ans Tageslicht.

Bei den anschließenden wissenschaftlichen Untersuchungen stellt sich heraus, dass „Oscar“ zu den größten und ältesten bisher entdeckten Mammuts Europas zählt. Er war zum Zeitpunkt seines Todes bereits 78 Jahre alt, vier Meter hoch und wog so viel wie zehn Mittelklasseautos.

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