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Montag, 21.05.2012
Die Kepler-Mission wird wahr
Raumsonde soll nach erdähnlichen Planeten suchen

SETI-Teleskop Arecibo 
SETI-Teleskop Arecibo
© NASA
In allerjüngster Zeit hat vor allem auch der direkte Nachweis der Atmosphäre eines fremden Planeten wieder für Aufwind in der SETI-Forschung gesorgt. Im Gegensatz zu den Versuchen zahlreicher Exobiologen, erst einmal vor der eigenen »Haustüre« zu kehren und direkt hier im Sonnensystem nach eher primitiven Lebensformen zu suchen, kümmert sich die Liga der SETI-Leute um echte Zivilisationen im All, betreibt eben die »Suche nach Extraterrestrischer Intelligenz«.

Im Grunde genommen geht das eine Hand in Hand mit dem anderen, da höheres Leben nur auf Basis der niedrigeren Formen entstehen kann. Es ist wohl eine Variante ausgleichender Gerechtigkeit, dass Intelligenzen im All zwangsläufig seltener sein müssen als resistente Bakterienkolonien, sich aber dafür auch noch bis in große Distanzen bemerkbar machen dürften.

Heute beginnen sich die SETI-Experten allerdings zu fragen, ob die bisherige Suche im Radiowellenbereich überhaupt sinnvoll ist und wenden sich nun auch anderen Methoden zu; so werden in Zukunft auch optische SETI-Teleskope zum Einsatz kommen. Denn mit sichtbarem Licht lassen sich pro Zeiteinheit viel mehr Informationen übertragen. Und mit anderen optischen Systemen soll nun definitiv auch die Suche nach erdgroßen Planeten betrieben werden, der wahrscheinlichsten Heimat von Intelligenzen im All.

 Kepler-Observatorium
Kepler-Observatorium
© NASA
Nur wenige Wochen nach der sensationellen Hubble-Entdeckung der Atmosphäre eines Planeten um den Stern HD 209458 gab die Nasa nun auch endgültig grünes Licht für die Kepler-Mission, das erste Raumschiff, das der Suche nach Planeten von Erdgröße gewidmet ist. Gestartet werden soll Kepler im Jahr 2006. Die Sonde wird um unsere Sonne kreisen und in den folgenden vier Jahren rund 100.000 Sterne nach Welten durchforsten, deren Größe und Bahn mit der Erde vergleichbar sind.

Schon jetzt ist klar, dass Kepler mit seinem 0,95-Meter-Teleskop nicht in der Lage sein wird, einen Erdenzwilling wirklich zu »sehen«. Vielmehr müssen die Astronomen sich darauf beschränken, eine kleine Helligkeitsschwankung im Sternenlicht zu registrieren, wenn einer der ersehnten Planeten in der Sichtlinie vor seiner Heimatsonne vorbeizieht, also eine Sonnenfinsternis der ganz besonderen Art hervorruft. Die Stärke des Lichteinbruchs und die Dauer der Erscheinung verraten beides zusammen den Beobachtern, was sie wissen wollen: die ungefähre Größe der fremden Welt sowie deren Umlaufperiode. Was die Kurve nicht verrät, ist leider, ob der Planet auch wirklich Leben trägt.

Doch allein der Fund einer erdartigen Welt wäre ein gewaltiger und sensationeller Fortschritt. Außerdem wüssten die Astronomen dann, wohin sie ihre Augen fortan richten müssten, um weitere Analysen vorzunehmen. Mit Weltraumteleskopen der nächsten Generation werden sie die atmosphärische Zusammensetzung entschlüsseln und hoffen, in vielleicht schon zehn bis zwanzig Jahren das erste direkte Bild einer zweiten Erde aufnehmen zu können.

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