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Freitag, 10.02.2012
Überleben im Untergrund
Erdbauten und Sommerschlaf

Kojote 
Kojote
© U.S. Fish and Wildlife Service / R.H. Barrett
Schon einen Meter tief im Boden ist die Temperatur auch in der Wüste um bis zu 25 Grad niedriger als an der Erdoberfläche. Kein Wunder, dass viele Tiere wie das Ziesel oder der Kojote, große Teile des Tages in unterirdischen Bauten verbringen.

Werden dann noch, wie von der Kängururatte oder den Walzenspinnen, alle Eingänge zu den Erdhöhlen hermetisch abgeriegelt, bleiben sie selbst in der Mittagshitze angenehm kühl und bieten einen sicheren Schutz vor den extremen, lebensfeindlichen Temperaturen an der Erdoberfläche. Erst in der Kälte der Nacht – Unterschiede von 35 Grad zwischen Tag und Nacht sind in Wüstengebieten keine Seltenheit - werden diese Tiere dann aktiv.

Neun Monate Sommerschlaf
Manche der wenigen Amphibien unter den Wüstenbewohnern nutzen die extremen Trockenperioden sogar zu einer Art „Sommerschlaf“. Ein Paradebeispiel sind die Schaufelfußkröten, die in Nordamerika beispielsweise im Nationalpark Big Bend leben. Diese Amphibien nehmen in der heißesten Zeit des Jahres eine bis zu neun Monate andauernde unterirdische Auszeit. Aufenthaltsort ist dann eine feuchte, schleimausgekleidete und dadurch kühle Erdhöhle.

Fällt aber der erste Regen, kommen die Kröten blitzschnell an die Erdoberfläche empor und treffen sich in größeren Mengen an der nächsten Wasserstelle. In rasender Eile kommen sie zur Fortpflanzung und auch die Jungtiere entwickeln sich im gleichen Tempo. Schon nach 30 Tagen können sie selbständig leben und Höhlen graben.

Dieser Trockenzeitschlaf ist auch von anderen Tierarten bekannt. Einige Säugetiere, vor allem Nagetiere, verbringen die kritische Zeit des Jahres auf ähnliche Weise und warten so auf bessere Lebensbedingungen.

30 Zentimeter sind genug…
Eine ganz andere raffinierte Methode gegen die sengende Sonne hat sich dagegen das Wüsten-Chamäleon in der afrikanischen Namib einfallen lassen: Die Tiere sitzen in der schattenlosen Einöde bewegungslos auf einem Felsbrocken und warten auf Beute. Hier, in dreißig oder mehr Zentimeter Höhe ist die Temperatur schon mindestens zehn Grad kühler als direkt am Boden.

Um die Wärmeaufnahme weiter zu reduzieren, kann das Wüstenchamäleon auch noch seine Hautfarbe verändern. Da helle Oberflächen mehr von der Wärmestrahlung der Sonne reflektieren als dunkle, nimmt es während seiner ausgiebigen „Sonnenbäder“ eine beinahe weiße Färbung an…

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