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Freitag, 10.02.2012
Symmetrie ist Trumpf
Ebenmaß und Partnerwahl

Aus der Sicht vieler Evolutionsbiologen und Genetiker geht es in der Evolution vor allem darum, seine Gene möglichst zahlreich an die nächste Generation weiterzugeben. Für Männchen ist dies in der Regel kein Problem, die Zeugung von Nachkommen "kostet" sie kaum etwas. Sie können sich mit vielen Weibchen paaren und müssen daher nicht sehr wählerisch sein.

Attraktiv oder nicht? Die Symmetrie entscheidet mit. 
Attraktiv oder nicht? Die Symmetrie entscheidet mit.
© MMCD
Weibchen dagegen können im Laufe ihres Lebens erheblich weniger Nachkommen bekommen als Männchen. Sie müssen daher dafür sorgen, dass diese eine optimale genetische Ausstattung erhalten. Nur dann steigen die Überlebenschancen des Nachwuchses und damit auch die Chance, die eigenen Gene an die nächste Generation weiterzugeben. Die Wahl des geeigneten Partners ist daher entscheidend.

Und was hat dies alles mit der Symmetrie zu tun?
Eine mögliche Antwort liefern wiederum Studien von Thornhill und Gangestad: Sie untersuchten die Körpersymmetrie von fast tausend Freiwilligen und befragten diese zusätzlich über ihre Beziehungen. Dabei stellten die Forscher fest, dass die symmetrischeren Männer offenbar im Laufe ihres bisherigen Lebens erheblich mehr Partner hatten, als die unsymmetrischeren. Sie wirkten ganz offensichtlich attraktiver auf das weibliche Geschlecht. Bei den weiblichen Versuchspersonen gab es dagegen keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen - übereinstimmend mit der Annahme, dass für Männchen eher Masse statt Klasse, für Weibchen dagegen die bestmögliche "Qualität", welcher Art auch immer, zählen.

Ganz offensichtlich spielt Symmetrie sogar dort eine Rolle, wo wir sie nicht einmal bewusst wahrnehmen. Kaum jemand wird seinen Partner erst vermessen, um sich dann für oder gegen ihn oder sie zu entscheiden. Doch ganz offensichtlich wird unser Empfinden von Schönheit und Symmetrie von Mechanismen beeinflusst, die in unserem tierischen Erbe verankert sind. Studien wie die von Thornhill und Gangestad und anderen sind natürlich keine absoluten "Regeln" oder Gesetzmäßigkeiten, sie tragen aber dazu bei, ein kleinen Einblick in das verborgene Zusammenspiel zwischen Symmetrie, dem Empfinden von Schönheit und unserem Verhalten zu gewinnen.

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