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Mittwoch, 13.12.2017
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Erste Ladesäule im Projekt „Schnellladung von Elektro-Fahrzeugen" eingeweiht

Technische Universität Clausthal

Die Tests sind beendet, nun darf jeder emissionsfreien Ökostrom laden: In den vergangenen Monaten haben Wissenschaftler des EFZN und des HHI mit E-Autos an vier E-Ladesäulen Schnellladeverfahren mit Ladezeiten unter 30 Minuten getestet und Forschungsdaten zum Batterieverhalten gesammelt. Aufgestellt jeweils in Goslar, Clausthal-Zellerfeld, Wolfsburg und Schöppenstedt, ist die „Strom-Zapfsäule“ in Schöppenstedt nun als erste eingeweiht und in Betrieb genommen.
Ziel des Verbundprojekts, in dem das Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) mit der Außenstelle des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts (HHI) in Goslar kooperiert, war die Schnellladung der Fahrzeugbatterie in weniger als 30 Minuten zu realisieren. So sollen E-Fahrzeuge durch einen zügigen Ladevorgang alltagstauglicher gemacht und die Akzeptanz erhöht werden.

Vollgeladen in 30 Minuten


„Unsere entwickelten Ladeverfahren bekommen die Fahrzeugbatterie unserer E-Autos in 30 Minuten von null auf 100 Prozent voll, ohne die Lebensdauer der Batterie zu verringern. Die genauen Auswirkungen hinsichtlich Kühlung und Betrieb werden noch weiter untersucht“, berichtet Diplomphysiker Raoul Heyne, einer der vier wissenschaftlichen Betreuer des Projekts.

Projektpartner vor Ort ist Jochen Schreiber, Eigentümer der beteiligten Aral-Tankstelle in Schöppenstedt und Goslar. Weitere Projektpartner sind Power Innovation Stromversorgungstechnik GmbH in Achim, die e-Wolf GmbH in Frechen, die Wolfsburg AG und die WVI Prof. Dr. Wermuth Verkehrsforschung und Infrastrukturplanung GmbH in Braunschweig.

Das Projekt umfasst ein Gesamtvolumen von etwa 1,2 Millionen Euro. Das Land setzte dafür EU-Fördergelder (EFRE) in Höhe von 511.000 Euro ein. Öffentliche und private Kooperationspartner beteiligten sich mit rund 380.000 Euro. Den Restbetrag in Höhe von rund 300.000 Euro übernahm die TU Clausthal.

Hohe Ladeleistung ohne Überhitzung


Mithilfe der faseroptischen Sensortechnik des HHI wurde das Temperaturfeld der Batterie während der Versuche gemessen und die Ladeleistung so eingestellt, dass keine schädlichen Übertemperaturen und Dehnungen im Batterievolumen auftreten, die die Lebensdauer der Batterie überproportional verkürzen würden. EFZN-Chef Professor Hans-Peter Beck (Leitung des Projekts): "Ich bin überzeugt, dass sich die Akzeptanz der E-Fahrzeuge auf diese Weise in der Gesellschaft noch weiter erhöhen wird. Diese E-Ladesäule hier in Schöppenstedt ist ein guter Anfang. Vernetzt mit den anderen drei Stationen in Goslar, Clausthal-Zellerfeld und Wolfsburg, ist bereits ein beachtliches Areal abgedeckt, in dem keinem E-Fahrzeug der Strom ausgehen kann. Zukünftig ist es wichtig, die Vernetzung weiter voran zu treiben.“

„Wirtschaftlich attraktiv wird das Schnellladesäulenangebot ab einer Ladehäufigkeit von mehr als 400 Ladevorgängen pro Jahr“, erklärt Professor Wolfgang Pfau, Institut für Wirtschaftswissenschaft, Abteilung für BWL und Unternehmensführung der TU Clausthal. Dies bedeute in etwa mindestens einen Ladevorgang pro Tag, was unter Berücksichtigung des regionalen Einzugsgebietes der Ladesäule nicht unrealistisch sei. „Zeit ist ein knappes Gut und durch die Schnellladung spart der Kunde Zeit, bei in etwa gleichen Kosten für die Aufladung.“
(Technische Universität Clausthal, 31.10.2014 - NPO)
 
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