KI-Forschungsprojket testet kommunikative Fähigkeiten des Computerhundes Roboterhund „aufs Maul geschaut“ - scinexx | Das Wissensmagazin
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KI-Forschungsprojket testet kommunikative Fähigkeiten des Computerhundes

Roboterhund „aufs Maul geschaut“

© Universität Erfurt

Ob als Haushaltshelfer, Industrienachinen oder Spielzeug – Roboter sind auf dem Vormarsch. Aber was können sie wirklich? KI-Forscher wollen dies jetzt am Roboterhund „Aibo“ testen.

„What´s your name?“, sagt Prof. Friedrich Krotz mit betont klarer Aussprache. Computerhund AIBO, der vor ihm auf dem Tisch sitzt, hebt den Kopf, schaut ihn an und antwortet „Waldi“. „Manchmal hat er aber auch keine Lust und ignoriert den Fragesteller, weil ein anderer Gegenstand seine Aufmerksamkeit erregt hat“, erklärt der Wissenschaftler, den die autonomen Verhaltensweisen von „Waldi“ besonders interessieren.

Außen Hund, innen Software

Der Name „Waldi“ steht für das Projekt „Wireless Artificial Living Dog Inspection“ der Erfurter Kommunikationswissenschaftler, in dessen Verlauf sie die kommunikativen Fähigkeiten des künstlichen drahtlosen Hundes explorativ untersuchen wollen. „Waldi kombiniert eine physische Hülle (Hardware) mit Verstand (die AIBO MIND Software), wodurch er sich bewegen, denken und lebensechte Attribute für Gefühl, Instinkt, Lernen und Wachstum zum Ausdruck bringen kann“, erklärt Prof. Dr. Friedrich Krotz. In Japan, der Heimat des Computerhundes bedeutet das Wort AIBO auch „Partner“ oder „Kumpel“. Krotz will testen unter welchen Bedingungen Menschen zu solchen künstlichen Kommunikationspartnern soziale Beziehungen aufnehmen, die über einen einfachen Kontakt hinausgehen.

Künstliche Kommunikation im Kommen

Etwa 50.000 Exemplare von der dritten Generation des AIBO-Roboters hat die Firma Sony weltweit bislang verkauft. Hinter dem Erfolg solcher Geräte und Programme stehen Angebote zu interaktiver bzw. künstlicher Kommunikation. „Man könnte künstliche Kommunikation als Spielerei abtun, wenn sie nicht immer deutlicher in den Vordergrund treten würde“, so Krotz. In Japan, mit seinem kulturell ganz anders geprägten Verständnis von Maschinen, aber auch an deutschen Frauenhofer-Instituten wird derzeit daran geforscht, Roboter zu bauen, die in der Altenbetreuung hilfreich sind.

Andere Zielgruppen für den AIBO sind Kinder oder technikbegeisterte Singles. „Automatisierte Geräte und Dienstleistungen werden nur dann Erfolg haben, insoweit sie als kommunikative Gegenüber angenommen werden“, ist der Wissenschaftler überzeugt. Zwei Wochen hat er das jetzt in der eigenen Familie getestet. Drei Studierende werden in den nächsten Wochen „Waldis“ Kommunikationsfähigkeit mit Testpersonen beobachten und protokollieren. Sein „Zuneigungsinstinkt“ und sein „Suchinstinkt“ werden ihn immer wieder veranlassen, Kontakt zu Menschen aufzunehmen.

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Hilfreiche Instinkte sichern „Überleben“

Nützlich ist auch sein „Ladeinstinkt“, der sich durch das Bestreben bemerkbar macht, eine Stromquelle zum Laden des Akkus zu finden. „Bewegungs- und Schlafinstinkt“ hat er ebenso wie richtige Hunde. Im Verlauf des Zusammenlebens wird „Waldi“ weitere Verhaltensmuster entwickeln und dazulernen“, ist sich Krotz sicher. Die systematische Erforschung der künstlichen Kommunikationsform werde sich auf jeden Fall lohnen und sei ein zukunftsträchtiges Feld. Die finanziellen Mittel für diese erste Untersuchung hat die Universität bereitgestellt. Später ist auch daran gedacht, „Waldi“ in der Lehre einzusetzen. „Unseren Studenten können wir so beispielsweise den Medienwandel erfahrbar machen“.

(Universität Erfurt, 30.08.2004 – NPO)

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