Wichtige Schutzschicht könnte bereits Mitte des Jahrhunderts wieder Zustand von 1980 erreichen Ozonschicht erholt sich weiter - scinexx | Das Wissensmagazin
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Wichtige Schutzschicht könnte bereits Mitte des Jahrhunderts wieder Zustand von 1980 erreichen

Ozonschicht erholt sich weiter

Das Instrument GOME-2 (Global Ozone Monitoring Experiment-2) ist eine Weiterentwicklung von GOME, einem Sensor, der erfolgreich auf dem von 1995 bis 2011 betriebenen ESA-Satelliten ERS-2 eingesetzt wurde. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger liefert GOME-2 täglich eine nahezu globale Abdeckung in einer vierfach höheren räumlichen Auflösung. Das Instrument misst Spurengase in ihrer horizontalen und vertikalen Verteilung. Dank der hohen zeitlichen und räumlichen Auflösung kann mit dem Spektrometer die Entstehung der Luftschadstoffe auf Ballungsraumebene beobachtet und ihre Verfrachtung verfolgt werden.

Die Ozonschicht ist weiter auf dem Wege der Besserung: Nach neuesten Prognosen wird die Ozonschicht etwa Mitte des 21. Jahrhunderts wieder die gleiche Dicke haben wie zu Beginn der 1980er Jahre. Das zeigt der aktuelle Bericht der World Meteorological Organization (WMO) zum Zustand dieser wichtigen Strahlenschutzschicht unserer Atmosphäre. Die Regeneration der Ozonschicht schreitet demnach weiter voran.

Aktuelle Auswertungen weltraumgestützter Messungen durch Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützen die Einschätzungen des Berichts. „Das Ozonloch im Jahr 2012 über der Antarktis ist eines der kleinsten der letzten Jahre“, berichtet Professor Martin Dameris aus dem Institut für Physik der Atmosphäre des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Sowohl seine flächenmäßige Ausdehnung als auch die gemessenen minimalen Ozonwerte sind, im Vergleich zu den beobachteten Werten der letzten Jahre, in diesem Jahr klein. „Dies ist ein deutlicher Hinweis auf die Erholung der Ozonschicht insgesamt“, so Dameris.

Verbot von FCKW zeigen Wirkung

Das Ozonloch wird seit Anfang der 1980er Jahre jeweils zu Beginn des antarktischen Frühlings – Mitte September bis Mitte Oktober – beobachtet. Es ist die Folge des hohen Chlorgehaltes in der Stratosphäre, der Atmosphärenschicht zwischen etwa 10 und 50 Kilometer Höhe. Das Chlor gelangt über freigesetzte Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) dort hin. Die Produktion und der Gebrauch von FCKW wurde durch das Montreal-Protokoll im Jahr 1987 und entsprechende Nachfolgevereinbarungen geregelt; seit Mitte der 1990er Jahre ist die Verwendung von FCKWs nahezu ganz verboten. In Folge dessen beobachtet man seit Beginn dieses Jahrhunderts einen Rückgang der stratosphärischen Chlorbeladung.

Das Bild zeigt die Ozonverteilung auf der Südhalbkugel am 30. Sep. 2012. © DLR / CC-BY 3.0

Durch meteorologische Einflüsse, also durch die Temperaturabhängigkeit der Ozon abbauenden, chemischen Reaktionen erholt sich die Ozonschicht jedoch nicht stetig. Das bedeutet, das Ozonloch zeigt Jahr-zu-Jahr-Variationen mit jeweils stärkeren und geringeren Ozonverlusten, aber mit einem insgesamt positiven Trend hin zu höheren und damit wieder normalen Ozonwerten. Die Beobachtungen in diesem Jahr belegen die insgesamt positive Tendenz der Entwicklung.

Wenn der Trend anhält, dann schließt sich nach den Modellrechnungen der DLR-Forscher das Ozonloch und die Ozonschicht regeneriert sich. Grundlage für die Vorhersagen sind Modelle, mit deren Hilfe physikalische, dynamische und chemische Prozesse in der Atmosphäre simuliert werden. Diese sogenannten „Klima-Chemie-Modelle“ wurden unter anderem im Institut für Physik der Atmosphäre erstellt. Zur Untersuchung der Ozonschicht wurden im DLR-Institut Langzeitsimulationen durchgeführt, die in der Vergangenheit beginnen (zum Beispiel im Jahr 1960) und bis in die Zukunft reichen. Rechenergebnisse für die Vergangenheit werden mit Beobachtungsdaten verglichen, unter anderem um die Qualität der Modellergebnisse zu bewerten.

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(Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), 05.10.2012 – DLR)

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