Heißeste Sommertage haben sich vier Mal stärker erwärmt als im globalen Durchschnitt Klimawandel trifft Deutschland besonders stark - scinexx | Das Wissensmagazin
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Heißeste Sommertage haben sich vier Mal stärker erwärmt als im globalen Durchschnitt

Klimawandel trifft Deutschland besonders stark

Veränderung der Temperaturen von 1950 bis 2011 in Europa © Stainforth et al., /Environ. Res. Letters

Deutschland bekommt den Klimawandel besonders stark zu spüren: Im Sommer sind hier die heißeste Tage vier Mal wärmer geworden als im globalen Mittel. In Süddeutschland sind auch die durchschnittlichen Sommertemperaturen stärker angestiegen. Das zeigt eine Analyse britischer Forscher. Schuld an den ungleichen Auswirkungen des Klimawandels in Europa ist eine Verschiebung der Wetterzonen, wie sie im Fachmagazin „Environmental Research Letters“ berichten. Diese verändern sowohl ihre Lage als auch ihre Form.

Dass die Durchschnittstemperaturen auf der Erde steigen, ist nichts Neues. Und auch, dass die globale Erwärmung sich in verschiedenen Regionen jeweils unterschiedlich auswirkt, ist schon länger bekannt. Eher Mangelware waren aber bisher Daten darüber, wie sich auch die regionalen Wetter- und Klimabedingungen durch diesen Wandel ändern. „Es ist normal, über den Klimawandel im globalen Maßstab zu sprechen, aber dieser kann weit davon entfernt sein, wie die Menschen vor Ort die Veränderungen wahrnehmen“, erklärt Sandra Chapman von der University of Warwick.

Chapman und ihre Kollegen haben daher nun untersucht, wie sich das lokale Klima in Europa in den Letzen Jahrzehnte verändert hat. Dafür werteten sie Wetterdaten aus der Zeit von 1950 bis heute aus und verglichen, wie sich die Temperatur der heißesten Sommertage und der kälteten Wintertage verändert hat, aber auch wie sich die Durchschnittstemperaturen in diesen beiden Jahreszeiten entwickelt haben.

Mehr Hitze in Norddeutschland

Ihr Ergebnis: Das Wetter und Klima in Europa hat sich in den letzten 60 Jahren deutlich verändert – und das je nach Region ganz unterschiedlich. In einer Zone von Südengland über Frankreich und die Benelux-Staaten bis nach Norddeutschland hinein sind die fünf Prozent heißesten Sommertage bereits um mehr als zwei Grad heißer geworden – das ist vier Mal mehr als im globalen Durchschnitt. Die Region mit den größten Veränderungen in der durchschnittlichen Sommertemperatur liegt dagegen etwas weiter südlich und umfasst Mittelfrankreich und Süddeutschland.

Veränderungen der kältesten Winternächte in Europa © Stainforth et al., / Environ. Res. Letters

Im Winter haben sich in Ostfrankreich, Belgien und Westdeutschland die kältesten Nächte um zwei bis zweieinhalb Grad erwärmt, die größten Veränderungen bei den kältesten Wintertagen finden sich dagegen in Norditalien und auf dem Balkan, wie die Forscher berichten. In Norwegen und Schweden sind es dagegen vor allem die winterlichen Durchschnittstemperaturen, die um teilweise mehr als zwei Grad angestiegen sind.

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Wetterzonen haben ihre Form und Lage verändert

„Unsere Ergebnisse zeigen: Selbst wenn die Klimaerwärmung auf zwei Grad beschränkt wird, wird dies in einigen Regionen weitaus größere Auswirkungen haben als in anderen“, erklärt Studienleiter David Stainforth von der London School of Economics and Political Science und der University of Warwick. „Das hat Folgen sowohl für den Einzelnen, als auch für die Kommunen und Industrien in diesen Gebieten.“ Es sei daher wichtig, die zukünftig zu erwartenden Veränderungen genau zu kennen, um sich darauf vorbereiten zu können – beispielsweise in dem Gebäude und der Pflanzenanbau an mehr oder weniger extreme Klimaschwankungen angepasst werden.

Der Grund für die ungleiche Verteilung der Klimaveränderungen ist nach Angaben der Forscher eine Verlagerung der entsprechenden Klimazonen und Wetterlagen. „Klima ist im Prinzip die Verteilung des Wetters, und wenn sich das Klima verändert, tut dies auch diese Verteilung“, so Stainforth. „Dabei aber verschieben sich diese Wetterzonen nicht nur einfach, sie verändern auch ihre Form – und das führt zu den lokal unterschiedlich starken Veränderungen.“ (Environmental Research Letters, 2013; doi: 10.1088/1748-9326/8/3/034031)

(University of Warwick, 12.09.2013 – NPO)

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