Körpergeruch liefert Informationen zum genetischen Aufbau einzelner Vögel Möwen "erschnüffeln" ihren Partner - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Körpergeruch liefert Informationen zum genetischen Aufbau einzelner Vögel

Möwen „erschnüffeln“ ihren Partner

Dreizehenmöwe © Brian Anderson / U.S. Fish and Wildlife Service

Männliche und weibliche Dreizehenmöwen besitzen einen unterschiedlichen Körpergeruch. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie französischer Wissenschaftler. Ihre Ergebnisse weisen zudem darauf hin, dass der Körpergeruch der Tiere wahrscheinlich auch Informationen zum genetischen Aufbau einzelner Vögel gibt. Bei der Partnerwahl könnte dieser Geruch bei der Bewertung der genetischen Eignung eine Rolle spielen, berichten die Forscher im Fachjournal „Naturwissenschaften – The Science of Nature“ von Springer.

Vögel schützen ihre Federn, indem sie sie mit den Sekreten der Bürzeldrüse putzen. Diese Sekrete enthalten auch Duftstoffe. Je nach Gattung, Jahreszeit bzw. Geschlecht des Vogels unterscheiden sich die Duftstoffe der Bürzeldrüsensekrete erheblich. Sarah Leclaire und ihre Kollegen vom Centre national de la recherche scientifique an der Université Paul Sabatier in Frankreich untersuchten nun den Körpergeruch von Bürzeldrüsensekreten und geputzen Federn einer Dreizehenmöwenpopulation, die im Golf von Alaska nistet.

Proben von Bürzeldrüsenöl und geputzten Federn untersucht

Die Forscher sammelten Proben von 21 weiblicher und 20 männlicher Vögel, um zu untersuchen, ob der Körperduft der Tiere individuelle bzw. geschlechtsspezifische Merkmale besitzt, die zuverlässige Informationen zum jeweiligen genetischen Aufbau des Vogels geben. Die Dreizehenmöwen wählen bei der Paarung Partner, die sich genetisch von ihnen unterscheiden. Die Signale allerdings, anhand derer die Vögel diese genetischen Eigenschaften bewerten, sind unbekannt.

68 Duftkomponenten entdeckt

In den Proben des Bürzeldrüsenöls und den geputzten Federn fanden die Forscher insgesamt 68 Duftkomponenten. Des Weiteren stellten sie Unterschiede bei der Duftkomponentenmenge bei männlichen und weiblichen Vögeln fest, was darauf hinweist, dass der Geruch eines der verschiedenen Signale ist, das Vögel verwenden, um zwischen den Geschlechtern zu unterscheiden. Die Wissenschaftler wiesen auch unterschiedliche Merkmale im Bürzeldrüsenöl und in den geputzten Federn nach und fanden damit den Beweis für individualspezifische Sekrete.

Leclaire und ihre Kollegen kommen zu der Schlussfolgerung: „Unsere Studie zeigt die Existenz zweier Duftsignaturen bei Dreizehenmöwen: Eine geschlechtsspezifische und eine individuelle Signatur. Diese Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass der Körpergeruch als Signal zur Erkennung und bei der Partnerwahl dient. Möglicherweise nutzen Dreizehenmöwen den Körpergeruch, um die genetische Eignung eines potenziellen Partners zu bewerten.“ (Naturwissenschaften – The Science of Nature, 2011; DOI 10.1007/s00114-011-0809-9)

Anzeige

(Naturwissenschaften – The Science of Nature / Springer, 08.07.2011 – DLO)

Anzeige

In den Schlagzeilen

Diaschauen zum Thema

Dossiers zum Thema

DNA - Von Genen, Mördern und Nobelpreisträgern

Duft - Von der Nase ins Gehirn

News des Tages

Jupiter

Jupiters Wanderung enträtselt

Gehirn erneuert sich bis ins hohe Alter

US-Küste: Ursache der Methan-Austritte geklärt

Wirkt die Keto-Diät nur bei Männern?

Bücher zum Thema

Die Evolution - von Walter Kleesattel

Die Macht der Gene - Schön wie Monroe, schlau wie Einstein von Markus Hengstschläger

Fantastisches Tierreich - Zwischen Legende und Wirklichkeit von John Downer

Tierisch! - Expedition an den Rand der Schöpfung von Dirk Steffens

Nomaden der Lüfte - Das Geheimnis der Zugvögel von Jaques Perrin

Top-Clicks der Woche

Anzeige
Anzeige