Bedrohte Riesen: Die gewaltigen Küstenmammutbäume an der US-Westküste sind durch den Klimawandel in Gefahr. Denn wird das Wetter in Kalifornien in Zukunft heißer, so verschiebt sich der Lebensraum der höchsten Bäume der Erde nach Norden, wie Klimaforscher in Modellrechnungen festgestellt haben. Die Baumriesen gewinnen zwar auch neuen Lebensraum hinzu – sie werden diesen aber aus eigener Kraft nicht besiedeln können, befürchten die Forscher.
Über hundert Meter hoch können die gewaltigen Küstenmammutbäume im US-Bundesstaat Kalifornien wachsen: Die größten Exemplare dieser „kalifornischen Rothölzer“ der Art Sequoia sempervirens erreichen stolze 115 Meter Höhe bei einem Durchmesser von sieben Metern. Die immergrünen Nadelbäume wachsen jedoch ausschließlich in einem schmalen Streifen entlang der Westküste der USA. Sie sind typische Bewohner der Regenwälder gemäßigter Breiten und sind deshalb auf ein mildes und feuchtes Klima angewiesen.
Zukunftsmodelle aus historischen Aufzeichnungen
Doch das Klima wird sich in Zukunft auch im Lebensraum dieser Riesenbäume verändern. Die Bäume sind außerdem bereits jetzt wegen ihres begehrten Holzes bedroht, und nur rund zehn Prozent der bereits stark geschrumpften Wälder stehen unter Schutz. Ein internationales Forscherteam um Miguel Fernández vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig (iDiv) hat darum untersucht, welche Folgen der Klimawandel auf die bedrohten Küstenmammutbäume haben könnte.
Die Wissenschaftler nutzten dazu historische Klimadaten als Anzeiger für kurz- und mittelfristige Klimaveränderungen. Sie werteten die mittlere Jahrestemperatur und den Jahresniederschlag von 195 Stationen in Kalifornien zwischen 1895 und 2010 aus. Anschließend verglichen sie die Szenarien aus den historischen Aufzeichnungen mit den Projektionen der globalen Klimamodelle und arbeiteten dies in ein Verbreitungsmodell für die bedrohten Küstenmammutbäume ein.










