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Alzheimer: Entzündungs-Medikament verhindert Plaques

Neue Hoffnung für Demenz-Patienten

Nach achtwöchiger Behandlung mit dem entzündungshemmenden Wirkstoff CNI-1493 finden sich im Gehirn der untersuchten Mäuse weniger Plaques als bei Kontrolltieren, die ein Placebo erhielten. © Richard Dodel

Marburger Mediziner haben ein neues Mittel gegen die Alzheimersche Krankheit entdeckt. Das Team konnte in einer aktuellen Studie zeigen, dass das entzündungshemmende Medikament CNI-1493 auch die Auswirkungen der berüchtigten Altersdemenz lindern kann.

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Bei einer Alzheimer-Erkrankung kommt es zum Schwund von Gewebe im Gehirn. Dieser Abbauprozess wird durch das Protein Amyloid verursacht, das in Form so genannter Plaques abgelagert wird, die eine Entzündung im Gehirn hervorrufen.

Wie die Marburger Neurologen um die Professoren Dr. Richard Dodel und Dr. Michael Bacher gemeinsam mit deutschen und US-amerikanischen Kollegen in der Fachzeitschrift „Journal of Experimental Medicine“ berichten, wandelt CNI-1493 die Amyloid-Moleküle um, so dass sie sich nicht zusammenlagern. Außerdem schützt das Medikament die Nervenzellen vor der Giftwirkung des Proteins.

Versuche an gentechnisch veränderten Mäusen

Um die Wirksamkeit von CNI-1493 gegen die Alzheimersche Krankheit zu testen, führten die Wissenschaftler Versuche an gentechnisch veränderten Mäusen durch, die im Überschuss das Protein APP erzeugen. Dabei handelt es sich um eine Vorform des menschlichen Amyloids, die im Krankheitsverlauf zu den schädlichen Plaques weiterverarbeitet wird.

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Die Amyloid-Ablagerungen bei den Mäusen verringerten sich signifikant, wenn die Tiere acht Wochen lang den entzündungshemmenden Wirkstoff verabreicht bekamen. Die Behandlung bewirkte eine Verminderung in denjenigen Gehirnarealen, die bei Alzheimer-Patienten stark betroffen sind – nämlich um 70 Prozent in der Hirnrinde und um 87 Prozent im Hippocampus.

Ergebnisse auf den Menschen übertragbar?

Auch die Gedächtnisleistung der Versuchstiere verbesserte sich gegenüber einer Kontrollgruppe erheblich. Außerdem setzte CNI-1493 die Anreicherung von Amyloid in Zellen herab, die das Vorläufer-Protein APP herstellen.

„Die Studie legt nahe, dass CNI-1493 die kognitiven Ausfälle auch beim Menschen lindern könnte“, so das Fazit der Wissenschaftler im „Journal of Experimental Medicine“.

(idw – Universität Marburg, 02.07.2008 – DLO)

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