Relikt eines toten Sterns - der Helixnebel Das "Auge Gottes" - scinexx | Das Wissensmagazin
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Das „Auge Gottes“

Relikt eines toten Sterns - der Helixnebel

Helixnebel
Der Helixnebel wird wegen seiner auffallenden Form auch als "Auge Gottes" bezeichnet. © NASA/JPL-Caltech/ J. Hora (Harvard-Smithsonian CfA)

Ein gigantisches Auge schaut aus 700 Lichtjahren Entfernung auf die Erde hinab. Der Helixnebel wird deshalb auch als „Auge Gottes“ oder „Auge Saurons“ bezeichnet – in Wirklichkeit jedoch handelt es sich um den farbenfrohen Überrest eines toten Sterns. Der Planetarische Nebel entstand, als ein massearmer Stern seine äußeren Hüllen ausschleuderte und zum Weißen Zwerg wurde.

Auch unsere Sonne wird einst so enden: Am Ende ihres Lebenszyklus wird sie nicht in einer Supernova enden, weil sie für eine solche Sternexplosion zu massearm ist. Stattdessen wird unser Stern sich in rund zehn Milliarden Jahren zum Roten Riesen aufblähen und dann kollabieren. Dabei schleudert der sterbende Stern seine äußeren Hüllen ab und produziert so einen farbenfrohen Planetarischen Nebel. Sein Kern wird zum Weißen Zwerg.

Eines der für uns am besten sichtbaren Beispiele für einen solchen Planetarischen Nebel ist der Helixnebel im Sternbild Wassermann. Mit nur knapp 700 Lichtjahren Entfernung ist er der uns am nächsten liegende Vertreter dieser Sternenreste und erscheint am Himmel daher besonders groß. Unter anderem deshalb wurde dieser Nebel bereits 1823 von dem deutschen Astronom Karl Ludwig Harding entdeckt. Inzwischen haben auch zahlreiche moderne Teleskope Aufnahmen dieses augenförmigen Gebildes geliefert. Dieses Bild hat das Weltraumteleskop Spitzer vor einigen Jahren erstellt.

Astronomen schließen aus den Beobachtungen, dass der Helixnebel sich vor rund 12.000 Jahren auszudehnen begann. Irgendwann um diese Zeit könnte daher sein Ursprungsstern die heißen Gase ausgeschleudert haben. Bis heute rasen die farbigen Ringe des Nebels mit hoher Geschwindigkeit auseinander. Spektroskopischen Messungen zufolge bewegen sich die Gase im äußeren Ring mit rund 40 Kilometern pro Sekunde ins All hinaus, im inneren Ring mit 32 Kilometern pro Sekunde.

Der Helixnebel ist auch der erste Planetarische Nebel, in dem Astronomen knotenartige Gasklumpen nachgewiesen haben. Weil diese ähnlich wie Kometen eine Art Schweif hinter sich herziehen, werden sie auch als „kometare Knoten“ bezeichnet. Jeder dieser Knoten hat dabei in etwa die Größe unseres gesamten Sonnensystems.

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Quelle: NASA

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