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Symbol und Schutz

Befestigungen als Ausdruck von Macht und Ideologie

Burgen dienten nicht nur rein praktischen Zwecken: Neben dem Schutz- und Verteidigungscharakter bestand die Funktion von Befestigungen auch in der symbolischen Darstellung von Macht und Ideologie der Herrschenden und in der Markierung von Grenzen zwischen dem Innen und Außen, dem „Wir“ und dem „Anderen“.

Zudem konnte die Errichtung von Steinmauern und Befestigungen auch die Gruppenidentität fördern. Ein beredtes Zeugnis ist die ungewöhnliche Lehmziegelmauer des früheisenzeitlichen Fürstensitzes auf der Heuneburg an der Oberen Donau. Kriegerische Auseinandersetzungen und Konfliktereignisse können im archäologischen Befund durch außergewöhnliche archäologische Kontexte und Funde nachgewiesen werden.

Heunischenburg
Mauern der Heunischenburg bei Kronach. © Stefan Wicklein /CC-by-sa 3.0

Kampfspuren an der Heunischenburg

Hervorzuheben sind die Ausgrabungen auf der Heunischenburg bei Kronach in Oberfranken. Für diese kleine und eher unscheinbare Befestigung, die abseits des eigentlichen Siedlungszentrums auf einem Bergsporn liegt, konnte nachgewiesen werden, dass die Anlage im 10. Jahrhundert vor Christus mit einer Sandsteinmauer umwehrt und dann im 9. Jahrhundert vor Christus durch eine 3,5 Meter hohe Steinmauer mit einem Tor zu einer mächtigen Fortifikation ausgebaut wurde.

Zahlreiche Waffenfunde an der Mauer weisen darüber hinaus darauf hin, dass hier gekämpft wurde: Entlang der massiven Befestigungsmauer wurden 300 Militaria gefunden, darunter viele Fragmente von Schwertklingen, Lanzenspitzen, auch rund 100 Pfeilspitzen sowie Ausrüstungsteile aus Bronze, die teilweise defekt und verbogen waren.

Waffenfunde im Tollensetal

Unmittelbarere Spuren eines kriegerischen Konflikts und Schlachtereignisses belegen die aufsehenerregenden Funde und Befunde aus dem Tollensetal in Mecklenburg-Vorpommern. Über einen etwa 1,5 Kilometer langen Talabschnitt sind dort Knochen von bis jetzt weit mehr als 130 menschlichen Individuen verstreut neben Pferdeknochen und Waffen entdeckt worden.

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Die Funde datieren in die Mitte des 13. Jahrhunderts vor Christus, und die Knochen weisen zum Teil Verletzungen durch Hiebe und Schläge auf. Neueste Überlegungen der Ausgräber gehen von einem einmaligen Schlachtereignis aus, an dem möglicherweise mehrere tausend Krieger und insbesondere Bogenschützen beteiligt waren.

Autoren: Rüdiger Krause und Svend Hansen/ Universität Frankfurt, Forschung Frankfurt

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Burgen - Architektur der Macht
Festungen als Zeugnisse von Krieg und Konflikt in der Bronzezeit

Neue Waffen, neue Kriege
Konflikte in der europäischen Bronzezeit

Symbol und Schutz
Befestigungen als Ausdruck von Macht und Ideologie

Krieg oder Ritus?
Das Rätsel der verbrannten Mauern

Großangriff auf Teleac
Kampfzeugnisse in Siebenbürgen

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