Per Luftschiff zum Nordpol - scinexx | Das Wissensmagazin
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Zeppelinexpedition soll Meereis der Arktis vermessen

Per Luftschiff zum Nordpol

Die eisbedeckte Fläche im Arktischen Ozean nimmt stark ab. Dieser Rückgang im Norden steht allerdings im Gegensatz zur Meereisbedeckung in der Antarktis, die sogar leicht zunimmt. „Über die regionale Verteilung der Eisdicke in Arktis und Antarktis und ihre zeitliche Veränderung ist fast nichts bekannt“, erläutert Christian Haas, Geophysiker am Alfred-Wegener-Institut. „Dies liegt an den großen methodischen Schwierigkeiten, die Dicke der nur wenige Meter mächtigen Eisschollen zu messen und an den schwierigen logistischen Bedingungen, um in die zentrale Arktis vorzustoßen.“

Luftschiff Dirigeable über dem Polarmeer © AWI

Im Jahr 2008 wollen Wissenschaftler nun erstmalig ein kontinuierliches Profil der Meereisdicken einmal quer durch die Arktis erstellen. Kern des Projekts ist die Überquerung des Nordpols mit einem Zeppelin. Das spektakuläre Projekt des französischen Arztes Jean-Louis Etienne wird vom französischen Ölkonzern Total finanziert und ist am 5. April 2007 in Berlin vorgestellt worden. Mit an Bord des Luftschiffs: ein vom Alfred-Wegener-Institut entwickeltes Eisdickenmessgerät, auch „EM-Bird“ genannt, das erstmals kontinuierliche, großräumige Eisdickendaten aus der gesamten Arktis gewinnen kann.

Das Luftschiff wird im April 2008 von Spitzbergen via Nordpol zur kanadischen Küste und dann weiter nach Alaska fliegen und dabei die wesentlichen Meereisgebiete der Arktis vermessen. Damit wird ein wichtiger Datensatz gewonnen, der Vergleiche mit älteren Messungen erlaubt und als Referenz für zukünftige Kampagnen dienen kann.

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Stand: 21.09.2007

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Meereis adé?
Erster internationaler Polartag für eine schwindende Eiswelt

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Klimaindikator Meereis
Schwund so groß wie nie zuvor

Lebensraum Meereis
Das schwindende Eis bedroht die Existenz von Menschen und Tieren

Expedition sucht nach Spuren vor Ort
Interdisziplinäres Forscherteam an Bord der Polarstern

Zum Nordpol auf einer Eisscholle
Russische Driftstation bleibt acht Monate im Eis

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