Biologische Produktivität um 40 Prozent erhöht Eisberge als Oasen des Lebens - scinexx | Das Wissensmagazin
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Biologische Produktivität um 40 Prozent erhöht

Eisberge als Oasen des Lebens

Lebensraum Eisberg © NSF

Eisberge können nicht nur vermeintlich „unsinkbare“ Schiffe versenken, sie spielen auch in der Meeresökologie eine entscheidende Rolle. Wie Wissenschaftler jetzt in „Science“ berichten, dienen die scheinbar so lebensfeindlichen Eisberge dem marinen Nahrungsnetz sogar als „Hotspots“ und steigern die Produktivität des Meeres beträchtlich.

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Mehr als 11.000 Eisberge zählten Wissenschaftler im Rahmen einer Studie der National Science Foundation (NSF) im Südpolarmeer. Die weißen Riesen bringen jedoch nicht nur Eis von den Rändern der Packeisflächen und den Gletscherzungen hinaus ins Meer, sie bilden auch wahre „Inseln des Lebens“. Denn das Eis transportiert auch terrestrisches Material, darunter nährstoffreiche, organische Verbindungen auf den offenen Ozean. Hier werden diese durch das langsame Schmelzen der Eisberge freigesetzt und bilden so quasi eine schwimmende „Futterkrippe“ für Meerestiere.

Um und unter den Eisbergen tummeln sich entsprechend hohe Dichten von Phytoplankton, Krill und Fischen, aber auch von Seevögeln, die über den weißen Kolossen kreisen und rasten. Die Wissenschaftler haben jetzt festgestellt, dass dieser so genannte „Halo-Effekt“ – das heißt Gebiete, in dem Nährstoffe aber auch Organismendichte besonders hoch sind, mehr als drei Kilometer weit ins Wasser hinausreicht. Insgesamt, so die Berechnungen der Forscher, erhöhen die Eisberge allein im Wedellmeer der Antarktis die biologische Produktivität um 40 Prozent.

Möglicherweise spielen die Eisberge daher auch eine wichtigere Rolle im Klimageschehen als bisher angenommen. Denn die erhöhte Produktivität trägt auch zu einer erhöhten Bindung von CO2 bei und wirkt damit als Puffer im globalen Kohlenstoffkreislauf. „Diese Studie eröffnet einen viel versprechenden Horizont für die polare Ökologie“, erklärt Roberta Marinelli, Leiterin des amerikanischen Antarktisforschungsprogramms. „Wir hoffen, im Laufe des Polarjahres noch mehr über diese einzigartigen ökologischen Nischen und ihre Bedeutung für ozeanische Prozesse zu erfahren.“

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(NSF, 25.06.2007 – NPO)

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