Mit Hirnscan und Elektroden - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Mit Hirnscan und Elektroden

Neuer Blick ins Gehirn verrät Zusammenhang

Erst kürzlich haben Nikos Logothetis und sein Team vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik eine neue multimodale Methodik entwickelt, das sogenannte neural event-triggered functional magnetic resonance imaging (NET-fMRI oder NET-fMRT). Bei dieser Methode werden die vom Gehirn erzeugten Signale mittels Elektroden erfasst, die unter die Schädeldecke gepflanzt werden. Aufgenommen werden damit vor allem die Hirnströme, die während des Non-REM-Schlafs und der Ruhephasen auftreten.

Gleichzeitig wird die Hirnaktivität des Probanden mittels funktioneller Magnetresonanz-Tomografie (fMRT) aufgezeichnet. Dieses bildgebende Verfahren zeigt, welche Hirnregionen besonders stark mit sauerstoffreichem Blut versorgt werden – und daher gerade besonders aktiv sind. Die von den Elektroden aufgezeichneten Signale dienen nun als Trigger, das heißt als Auslöser oder zeitlicher Bezugspunkt einer Abfolge von Ereignissen. Denn mit ihrer Hilfe kann bei der Datenanalyse beispielsweise der fMRT-Scans, gezielt geschaut werden, was sich genau zum Zeitpunkt eines solchen Triggers verändert.

{1l}

Zeitlicher Zusammenhang

In der aktuellen Studie nutzten die Forscher als Trigger die Ripples des Hippocampus. Diese kann man sowohl in anästhesierten als auch wachen Rhesusaffen messen. Sie liegen im Bereich von 80 bis 160 Hertz. Die Wissenschaftler konnten mit ihrer Methode nun diejenigen Gehirnareale ermitteln, die ihre Aktivität immer in Abhängigkeit zu den Ripples erhöhten oder verringerten.

Mittels Messung der Feldpotenziale aus dem Hippocampus konnten die Forscher zeigen, dass die kurzen Abschnitte aperiodischer, wiederkehrender Schwingungen eng mit den robusten Aktivierungen der Hirnrinde verbunden sind. Diese wiederum treten zeitgleich mit einer umfangreichen Unterdrückung anderer Hirnstrukturen auf. Die Ripples spielen demnach offenbar tatsächlich eine wichtige Rolle für die Kommunikation von Hippocampus und Hirnrinde – und damit für die Konsolidierung unseres Gedächtnisses.

Anzeige

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. weiter

MPG Jahrbuch / Oxana Eschenko, Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, Tübingen
Stand: 23.08.2013

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Lernen im Schlaf
Wie unser Gedächtnis während der Nacht aufgebaut wird

Im Schlaf gelernt
Warum unser Gehirn auch nachts aktiv ist

Wenn das Gehirn offline geht
Was passiert, wenn die äußeren Reize und Einflüsse wegfallen?

Den Ripples auf der Spur
Wie kommuniziert der Hippocampus mit dem Rest des Gehirns?

Mit Hirnscan und Elektroden
Neuer Blick ins Gehirn verrät Zusammenhang

Diaschauen zum Thema

News zum Thema

Bigbrain: Bisher genauestes 3D-Modell des Gehirns
Forschern gelingt eine fast zellgenaue digitale Rekonstruktion unseres Denkorgans

Faustballen hilft beim Lernen
Einseitige Anspannung regt gezielt die für das Merken und Abrufen wichtigen Hirnhälften an

Kinder schlafen sich tatsächlich schlau
Im Schlaf wandelt das kindliche Gehirn unbewusst Gelerntes in Wissen um

Gehirn: Dauerstress verändert Gedächtnis-Zentrum
Forscher finden die Ursache für stressbedingte Vergesslichkeit

Kurzzeitgedächtnis beruht auf Synchronisation
Kooperation von Gehirnregionen entscheidend für das Erinnern

Dossiers zum Thema

Synästhesie - Das Geheimnis der „Farbenhörer“ und „Wörterschmecker“

Träumen - Wenn das Gehirn eigene Wege geht...

Anzeige
Anzeige