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Neuro-Enhancement und die Folgen

Doping fürs Gehirn

Neuro-Enhancement: Pharmazeutische Nachhilfe fürs Gehirn? © Kim Hager, Neal Prakash / UCLA

Sie heißen Ritalin, Adderall, Vigil oder Aricept und eigentlich sollen sie heilen. Denn diese Medikamente wurden für kranke Menschen entwickelt, für Patienten mit ADHS, Narkolepsie oder Alzheimer. Mehr und mehr aber nutzen auch völlig Gesunde diese Mittel – um ihre Konzentration, ihr Gedächtnis oder allgemein ihre kognitiven Fähigkeiten zu steigern.

Dieses Neuro-Enhancement, die Verbesserung der eigenen geistigen Leistungsfähigkeit durch pharmazeutische Mittel, ist alles andere als neu. Schon in den 1930er Jahren stellten amerikanische Studenten fest, dass Amphetamine ihnen halfen, die Nacht durchzulernen. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Aufputschmittel gezielt an Soldaten verteilt, um diese länger durchhalten zu lassen. Später dann brachten zunehmender Missbrauch und unkontrollierbare Nebenwirkungen die meisten dieser Mittel auf die Drogenliste.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten jedoch feiern Amphetamine und Amphetaminderivate, aber auch andere wachmachende und konzentrationsfördernde Wirkstoffe, ein schleichendes Comeback: Denn die eigentlich gegen die Aufmerksamkeitsstörung ADHS Alzheimer oder schwere Schlafstörungen verschriebenen Mittel gelten mehr und mehr als Neuro-Enhancer. Sie sollen bei Gesunden das Gedächtnis, den Lernerfolg oder die Konzentration über das normale Maß hinaus verbessern und sich daher perfekt zum „Gehirn-Doping“ eignen.

Aber was ist wirklich dran an der gehirnoptimierenden Wirkung der neuen Lifestyle-Drogen? Wer nimmt sie und wie stark sind sie verbreitet? Und vor allem: Welche Schattenseiten hat ihre Nutzung – für unsere Gesundheit, die Psyche, aber auch für unsere Gesellschaft?

Inhalt:

  1. Akademiker-Elite: Alle nur gedopt?
    „Nature“-Leser outen sich
  2. Keine „Einstein-Pille“
    Was bringt Neuro-Enhancement?
  3. Übersteuerung als Dauerzustand
    Wie wirken Ritalin und Co im Gehirn?
  4. Ungeprüfte (Neben-)Wirkung
    Risiken von Neuro-Enhancern
  5. Rebound
    Gewöhnungseffekte und Suchtpotenzial
  6. Nur eine Frage der Zeit?
    Die Verbreitung von Neuro-Enhancern
  7. (K)eine Frage der Fairness?
    Gehirn-Doping, Gerechtigkeit und Chancengleichheit
  8. Die Rote Königin
    Vom „Kann“ zum „Muss“?
  9. Optimierte Kinder
    Neuro-Enhancer als Förderhilfe für den Nachwuchs?

Nadja Podbregar
Stand: 17.06.2011

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Doping fürs Gehirn
Neuro-Enhancement und die Folgen

Akademiker-Elite: Alle nur gedopt?
„Nature“-Leser outen sich

Keine „Einstein-Pille“
Was bringt Neuro-Enhancement?

Übersteuerung als Dauerzustand
Wie wirken Ritalin und Co im Gehirn?

Ungeprüfte (Neben-)Wirkung
Risiken von Neuro-Enhancern

Rebound
Gewöhnungseffekte und Suchtpotenzial

Nur eine Frage der Zeit?
Die Verbreitung von Neuro-Enhancern

(K)eine Frage der Fairness?
Gehirn-Doping, Gerechtigkeit und Chancengleichheit

Die Rote Königin
Vom „Kann“ zum „Muss“?

Optimierte Kinder
Neuro-Enhancer als Förderhilfe für den Nachwuchs?

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