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Einfache Mittel – große Wirkung

Mit traditionellen Anbautechniken gegen die Erosion

Durch relativ einfache, aus der traditionellen Landwirtschaft übernommene Anbautechniken kann Desertifikation vermieden werden.

Dämme und Wälle

Um die Abtragung von Bodenmaterial durch abfließendes Oberflächenwasser zu verringern, werden Stein- oder Erdwälle parallel zum Hang angelegt. Vorhandene Erosionsrinnen und Talmulden werden mit Gabionen, das sind in Drahtkörben befestigte Lateritblöcke, blockiert. Im Staubereich der Kleindämme kann sich fruchtbares Feinmaterial ablagern, auf dem dann der Anbau von Futtergräsern und Kulturpflanzen möglich ist. Außerdem wird so das Versickern des Wassers erleichtert, so daß der Grundwasserspiegel wieder steigt. Dadurch können in einem weiteren Umkreis die Bäume wieder gedeihen, und Dorfbrunnen spenden wider über längere Zeiträume Wasser.

Pflanzhügel und Pflanzdämme

Pflanzdamm © DWH

Ein guter Erosionsschutz, der in weiten Teilen der Sahel-Sudanzone traditionell verbreitet ist, sind Pflanzhügel und Pflanzdämme. Auf den Feldparzellen werden mit Hilfe einer großen Hacke sorgfältig bis zu 50 Zentimeter hohen Dämme angelegt. Auf flachem Gelände schaffen die Bodenerhebungen ein künstliches Mikrorelief, das nach heftigen Regenfällen die flächenhafte Erosion hemmt.

Das Regenwasser wird zwischen den Hügeln gestaut und dringt langsam in den Boden ein. Durch die Schattenwirkung der Hügel bei schräg stehender Sonne tritt außerdem eine Verringerung der Bodentemperatur ein, was sich auf das Wachstum der Hirse günstig auswirkt. Die Hügel, die während der Anbauperiode zwischen den Hirsepflanzen beim Jäten ständig neu mit der Handhacke neu angelegt werden, enthalten viel organisches Material, da die Unkräuter untergeharkt werden.

Pflanzlöcher

Zur Regeneration von völlig vegetationslosen, verhärteten Eisenkrustenböden eignet sich auch die von manchen Bauernvölker seit langer Zeit angewandte Methode der „Pflanzlöcher“. Dabei werden im Abstand von 80 Zentimeter Löcher mit einem Durchmesser von 30 Zentimeter ausgehoben. Der Aushub wirde mit Mist und Kompost gemischt und wieder in die Löcher gefüllt. Mit der restlichen Erde werden hangabwärts kleine halbmondartige Wälle um die Vertiefungen aufgeworfen, um den Wasserabfluß zu verringern. So wird das Regenwasser in den Löchern konzentriert und kommt voll der Pflanze zugute.

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Stand: 22.02.2002

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Inhalt des Dossiers

Desertifikation
Lässt sich die Wüstenbildung aufhalten?

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