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Die Ursprünge unserer Gattung

Die ersten „Homos“

Als sich die ersten Vertreter der Gattung Homo vor gut zwei Millionen Jahren das Licht der Welt erblickten, waren sie nicht allein. Denn auf dem afrikanischen Kontinent entwickelten sich damals mehrere eng verwandte Frühmenschenarten nahezu gleichzeitig. In Ostafrika lebte der Homo habilis in enger Nachbarschaft zu Homo rudolfensis, Homo ergaster und einer weiteren Spezies der Gattung Homo. Weitere Frühmenschen-Populationen gab es in Südafrika.

Diese auf einem Schädel vom Turkanasee basierende Rekonstruktion zeigt das Gesicht eines weiblichen Homo erectus. © Tim Evanson/ CC-by-sa 2.0

Von Afrika aus in die Welt

All diese Menschenarten gingen aufrecht, fertigten Werkzeuge und waren vermutlich geschickte Jäger und Sammler. Damit besaßen sie bereits die entscheidenden Fähigkeiten, um in den Savannen und Wäldern ihres Lebensraums über lange Zeiträume hinweg erfolgreich zu überleben. Und nicht nur das: Unsere frühen Vorfahren unternahmen sogar schon enorme Wanderungen und verließen Afrika Richtung Asien und Europa, wie unter anderem 1,8 Millionen Jahre alte Schädelfunde in Georgien belegen.

Der Erfolgreichste unter den frühen Auswanderern war der Homo erectus: Er schaffte es schon vor rund 1,6 Millionen Jahren bis nach Java, wie Fossilfunde belegen, und breitete sich über ganz Asien aus. Letzte Abkömmlinge dieser Art könnte es nach Ansicht einiger Anthropologen sogar noch bis vor 40.000 Jahren gegeben haben.

Nach gängiger Theorie verdanken wir diesem Frühmenschen einige wichtige Entwicklungsschritte hin zum Homo sapiens. So hatte der Homo erectus ein kaum kleineres Gehirn als wir und war uns auch im Körperbau durchaus ähnlich. Er war wahrscheinlich der erste Frühmensch, der lernte, das Feuer zu nutzen und der Faustkeile herstellte. Mit ihm könnte damit eine ganz neue Epoche des Werkzeugmachens begonnen haben, das sogenannte Acheuléen.

Schon der Homo erectus stellte Faustkeile im Acheuléen-Stil her, hier ein Fund aus Algerien. © Didier Descouens/ CC-by-sa 3.0

Regionale Vielfalt

Doch auch der Homo erectus war nicht allein. Zeitgleich mit ihm entwickelten sich verschiedene Varianten und Abkömmlinge, die bis heute für Verwirrung im Stammbaum und Streit unter Anthropologen sorgen. So könnte in Europa, vielleicht aber auch parallel in Afrika aus dem Homo erectus der Homo heidelbergensis entstanden sein. Dieser rund 600.000 Jahre alte Frühmensch teilt noch viele Merkmale mit dem Homo erectus, weist aber auch fortschrittlichere Merkmale auf, darunter ein größeres Gehirn und einen etwas robusteren Körperbau. Aus ihm ist einer Theorie nach in Europa der Neandertaler entstanden.

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In Asien entstanden dagegen aus dem Homo erectus oder einem seiner Abkömmlinge andere Menschenarten, wie der noch immer rätselhafte Denisova-Mensch in Sibirien oder der nicht minder mysteriöse „Hobbit“-Mensch auf der indonesischen Insel Flores.

Unsere Art jedoch, der Homo sapiens, entwickelte sich in Afrika – aus den Homo erectus-Vertretern, die sozusagen „zuhause“ geblieben waren…

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Nadja Podbregar
Stand: 14.09.2018

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Homo sapiens – der Überlebende
Warum blieb von allen Menschenarten nur unsere übrig?

Die ersten "Homos"
Die Ursprünge unserer Gattung

Rätselhafte Geburt
Wo entstand der Homo sapiens?

Nur einer kam durch
Das Verschwinden der Homo-Arten

Die ersten Lehrer?
Die Kunst der Weitergabe

Netzwerker und Handlungsreisende
Brachte sozialer Austausch den Vorsprung?

Habitatmosaik und Spezialistentum
Welche Rolle spielten Ökologie und Anpassung?

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