„Brücke“ zwischen den Hirnhälften - scinexx | Das Wissensmagazin
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„Brücke“ zwischen den Hirnhälften

Das Corpus callosum

Das Corpus callosum besteht aus über 200 Millionen Fasern und verbindet beide Hirnhälften miteinander. Die Nervenzellen, die das Corpus callosum bilden, verwenden fast ausschließlich Glutamat. Während der Lutealphase könnte das Progesteron somit die Effizienz dieser Verbindung und damit zugleich die cerebralen Asymmetrien verringern. Wenn diese Überlegungen stimmen, müsste während des Menstruationszyklus die gesamte Erregbarkeit innerhalb der Hirnrinde schwanken. Doch wie kann man das nachweisen?

Magnetstimulation © RUB

Mit Hilfe der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) lässt sich die Erregbarkeit des menschlichen Gehirns schonend untersuchen. Diese neurophysiologische Methode wird seit mehr als zehn Jahren in der Neurologie als Diagnoseverfahren eingesetzt.

Das technische Grundprinzip besteht darin, dass sich durch einen starken Stromfluss innerhalb einer Rundspule ein Magnetfeld aufbaut, das ungehindert und schmerzfrei die Schädeldecke durchdringt und durch elektromagnetische Induktion innerhalb der Hirnsubstanz einen elektrischen Strom erzeugt und somit einzelne Gehirnzellen erregt.

Wie erregbar sind die verschiedenen Hirnregionen?

Durch eine spezielle Reiztechnik, bei der ein unterschwelliger TMS-Reiz wenige Millisekunden vor einem überschwelligen Testreiz gegeben wird, lässt sich die Erregbarkeit der Zielregionen im Gehirn untersuchen. Diese Methode stützt sich auf die Existenz von Zellverbänden innerhalb der Hirnrinde, die über ihre Synapsen einen hemmenden (inhibitorischen) Einfluss auf die nachgeschalteten Areale haben, während andere Neuronenverbände in der Nachbarschaft die nachgeschalteten Funktionsbereiche des Gehirns eher erregen (exzitieren).

Beträgt der zeitliche Abstand zwischen dem ersten und dem zweiten Reiz nur ein bis vier Millisekunden, werden hauptsächlich die inhibitorischen GABA-Zellverbände aktiviert. Bei einem größeren zeitlichen Abstand von acht bis 20 Millisekunden sind es dagegen die exzitatorischen Neuronenverbände, die Glutamat als Botenstoff einsetzen.

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Stand: 20.01.2006

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

„Der kleine Unterschied“ im menschlichen Gehirn
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Mehr als ein Dutzend Unterschiede...
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Sind die Hormone schuld?
Botenstoffe sorgen für geschlechtsspezifische Hirnmechanismen

Auf den Zeitpunkt kommt es an
Sexualhormone beeinflussen Hirnfunktionen

Was von links kommt: schnell erkannt
Menstruation verändert Gehirnasymmetrien

„Brücke“ zwischen den Hirnhälften
Das Corpus callosum

Sexualhormone dämpfen Nervenaktivität
„Kleiner Unterschied“ im Gehirn hormonabhängig

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