Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Funkchips in Waren als „Big-Brother“?
Sachverständige warnen vor möglicher Überwachung
Immer mehr Waren und Gegenstände könnten in Zukunft mit Funkchips ausgerüstet werden. Doch nach Einschätzung der Gesellschaft für Informatik birgt die Technik der RFID-Chips erhebliche Risiken in Bezug auf den Datenschutz. Deshalb fordern Sachverständige die Bundesregierung auf, eine Expertenkommission einzusetzen, um Vertrauen in die neue Technik sicherzustellen.
Mikrochip
Mikrochip
© DOE
Nach Einschätzung des Präsidenten der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI), Matthias Jarke, birgt die derzeit in der Erprobung befindliche Technik der Funkchips, mit der unter anderem Waren gekennzeichnet werden sollen, vor allem mit Blick auf den Datenschutz erhebliche Risiken. Jarke fordert deshalb die Bundesregierung auf, möglichst rasch eine Sachverständigenkommission einzusetzen, die Empfehlungen für den Gesetzgeber erarbeiten solle.

Die unter dem Namen Radio Frequency Identification (RFID) bekannte Technik basiert auf winzigen Computerchips, die per Funk Informationen an Sensoren übermitteln, ohne dass dies bemerkbar ist. Diese Computerchips (RFID-tags) werden auch Transponder genannt. Sie sind kleiner als 0,5 Millimeter zum Quadrat. Wegen ihrer geringen Größe können sie auf jede Art von Transport- und Produktverpackung angebracht und sogar unbemerkt als sogenannte "Smart Labels" in Textilien eingearbeitet werden.

Erfassung noch aus 50 Metern
Industrie und Handel setzen dabei vor allem auf passive Transponder, die keine eigene Stromversorgung brauchen. Diese können ihre Daten dauerhaft speichern, wenn die Chips nicht zerstört oder der Inhalt überschrieben wird. Ein RFID-Lesegerät ist in der Lage, 200 Transponder in Sekundenschnelle aus einer Entfernung von einem Zentimeter bis zu maximal 50 m auszulesen.

Insgesamt soll mit dieser Technik die Warenkennzeichnung über Barcodes abgelöst werden. Lesegeräte könnten dann automatisch und beinahe ohne Verzögerung den Inhalt eines Warenkorbes erfassen. Denkbar ist aber auch, dass die Transponder zur weiteren Verfolgung eines beliebigen Gegenstandes oder eben auch Menschen eingesetzt werden könnten. Ebenso ist vorstellbar, dass die Informationen, die ein Transponder enthält, innerhalb eines derart automatisierten Einkaufssystems mit personenbezogenen Daten in Verbindung gebracht werden.

Verdeckte Manbipulation und Beeinflussung?
Ein Kunde, der im Supermarkt dann gleichsam "eincheckt", würde gezielt an die von ihm bevorzugten Produkte herangeführt. Auf die in solchen Verfahren entstehenden Informationen selbst und deren Auswertung in einem Transpondersystem haben die Betroffenen keinen Einfluss, und sie erhalten auch keine Kenntnis davon, da es keine im öffentlich-rechtlichen Sinne verantwortliche Instanz gibt, die das Verfahren steuert.

Nach den Worten von Jarke steht die GI dem Einsatz der RFID-Technik grundsätzlich sehr positiv gegenüber. Die Vorteile für Industrie und Verbraucher gegenüber dem jetzigen, sehr viel undifferenzierteren und zeitaufwändigeren Barcodeverfahren lägen auf der Hand. Diese Vorteile kämen aber nur zur Geltung, wenn die Technik bei den Verbrauchern eine hohe Akzeptanz finde. Verdächtigungen und Befürchtungen, wie sie zur Zeit im Zusammenhang mit den RFID-Tags allenthalben geäußert würden, stünden einer breiten Nutzung entgegen. Deshalb, so der GI-Präsident, sei es nun um so wichtiger, den technischen Fortschritt von Seiten des Gesetzgebers adäquat zu begleiten und möglichen Missbrauch von vorneherein zu unterbinden.

Transponder nach Kauf deaktivieren
Der Arbeitskreis "Datenschutz und IT-Sicherheit" des GI-Präsidiums hat deshalb unter anderem gefordert, bestimmte Anwendungen von Transpondern gesetzlich zu verbieten. Transponder dürften in keinem Fall zur Verfolgung von Bürgern genutzt werden, auch nicht indirekt durch Kleidung, Konsumgüter oder andere Gegenstände wie PKWs. Transponder dürften generell nicht benutzt werden, um Anonymität zu verringern oder zu verhindern. Deshalb sei es auch nötig, dafür zu sorgen, dass die auf Waren angebrachten Transponder nach dem Kauf der Waren zweifelsfrei deaktiviert werden.

Ebenso dürften RFID-Tags nicht an Zahlungsmitteln wie Geldscheinen oder Münzen angebracht werden. Andernfalls, so fürchten die Sachverständigen der Gesellschaft für Informatik, sei mit erheblichen Widerständen gegen die an sich begrüßenswerten RFID-Verfahren und den für Deutschland so wichtigen technischen Fortschritt zu rechnen. Der Eindruck, hier werde eine Technik geschaffen, die eine unbeschränkte Überwachung breiter Bevölkerungskreise ermögliche, müsse durch eine differenzierte und sachkundige Begleitung von vorneherein ausgeräumt werden.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Chip, Mikrochip, Funkchip, RFID-Tags, RFID-Chip, Transponder, Datenschutz, Labensmittel, Verpackung, Verbraucher, Einkauf, Informatik, Überwachung, Daten
Weitere News zum Thema
Neuer Weltrekord bei der Datenübertragung per Funk (17.05.2013)
Neue Funktechnik macht drahtlose Übertragung genauso schnell wie DSL
Nächster Schritt zum Rechnen mit Licht (13.05.2013)
Physiker führen Rechnung mit einem optischen Quanten-Computer-Chip durch
Was macht eineiige Zwillinge trotz gleicher Umwelt verschieden? (10.05.2013)
Mäuse-Experiment beobachtet Entstehung der individuellen Persönlichkeit im Gehirn
Chips: Was ist der Sucht-Auslöser? (18.04.2013)
Fett und Kohlenhydrate allein erklären nicht, warum man nicht mehr aufhören kann
Intelligente Drähte als künstliche Muskeln (26.03.2013)
Forscher entwickeln Drähte, die ohne Sensoren komplexe Abläufe präzise steuern können
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Dossiers zum Thema
Computer der Zukunft
Rechnen mit Quanten, Licht und DNA
Künstliche Intelligenz
Wenn Maschinen zu denken beginnen...
Chips und Neuronen im Dialog
Verbindungen von Nervenzellen und Siliziumtechnologie
News des Tages
Orientierung: Gehirn merkt sich Landmarken
„Vulkan im Vorgarten“ enträtselt
Funkchips in Waren als „Big-Brother“?
Chemikalien schuld an „dummen“ Kindern?
„Teamwork“ hilft Korallen beim Überleben
Raumschiff Cassini erreicht Phoebe
Deutsche mehrheitlich gegen neue Atomkraftwerke
Spätschäden nach künstlicher Befruchtung?
Bücher zum Thema
Homo sapiens: Leben im 21. Jahrhundert
Was bleibt vom Menschen? von Ray Kurzweil
Top-Clicks der Woche
1. Zucker macht Goldgewinnung "grün"
2. Ingenieur plant Stromspeicher am Meeresgrund
3. Ältestes Wasser der Erde entdeckt
4. Die Minoer kamen nicht aus Afrika
5. Merkmale des seltensten chemischen Elements enträtselt