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Dienstag, 24.01.2017
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Schichtarbeit erhöht das Krebsrisiko

Meta-Studie weist signifikante Risikosteigerung bei Veschiebungen des Schlaf-Wach-Rhythmusnach

Schichtarbeitende und Flugpersonal haben ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken als Menschen, die einer geregelten Tagesarbeit nachgehen. Das zeigt eine Metaanalyse von 30 Studien zum Thema. Möglicherweise spielt das bei Dunkelheit ausgeschüttete Hormon Melatonin dabei eine entscheidende Rolle.
Brustkrebszelle

Brustkrebszelle

Bereits im Oktober 2007 hatte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) bestimmte Formen von Schichtarbeit als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Wissenschaftler der Universität Köln haben nun rund 30 weltweite Studien zum Thema Schichtarbeit und Krebs genauer auswertet - mit bemerkenswerten Ergebnissen.

Brustkrebs- und Prostatakrebsrate erhöht


Es zeigte sich, dass bei den beiden untersuchten Studiengruppen, Flugbegleitern und Schichtpersonal, tatsächlich eine statistisch signifikante Risikoerhöhung für Krebs auftrat. "Auch wenn die Erhöhung des Risikos nicht zu vergleichen ist mit beispielsweise der Risikoerhöhung beim Rauchen", wie Thomas Erren, Leiter des Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Sozialhygiene betont. Dort kann sich das Risiko, einen Lungenkrebs zu entwickeln, um das 10- bis 20-fache vergrößern.

Bei Flugpersonal stellte sich ein um 70 Prozent höheres Brustkrebsrisiko heraus, für Prostatakrebs stieg das Risiko um 40 Prozent. "Ähnliche Ergebnisse erhielten wir bei Schichtpersonal", erklärt Erren. Aber was ist die Ursache für diesen Effekt? Die Erforschung der Hintergründe für das gestiegene Krebsrisiko bei Schichtarbeit ist relativ neu. Die Kölner Wissenschafter interessieren sich hierbei vor allem für den Zusammenhang zwischen externen Zeitgebern, insbesondere dem Licht, und der Möglichkeit Krebs zu bekommen.


Hormon Melatonin als Ursache?


Forschungsergebnisse in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass jenseits der Zapfen und Stäbchen, die in unseren Augen das Sehen ermöglichen, weitere Rezeptoren existieren, die seit ihrer Entdeckung weltweit von zahlreichen Wissenschaftlern beforscht werden. Erste Ergebnisse weisen darauf hin, dass diese Sensoren offensichtlich über den Außenreiz Licht einen starken Einfluss
auf unsere innere Uhr haben und damit auf die Produktion von Melatonin. Die Wissenschaftler vermuten, dass veränderte Spiegel dieses Dunkelheitshormons das Risiko für eine Krebserkrankung erhöhen können.

Mehr Licht bei Nachtschichten kann helfen


Dass Licht eine zentrale Rolle bei der Krebsentwicklung spielen kann, erscheint vielen Wissenschaftlern plausibel. Für Erren ein ausreichender Grund, etwa in der Arbeitswelt bereits heute Änderungen einzuführen: „Ungeachtet der gesicherten Ursachenkette, die wir momentan noch nicht kennen, gibt es auf jeden Fall einen Faktor, den wir bereits jetzt beeinflussen können: Licht".

Daher schlägt er vor, die Licht-Dunkel-Verhältnisse für Schichtarbeiter dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus anzunähern, um die inneren Uhren schneller auf Nachtarbeit umzustellen. Das könnte einer vermuteten Bildung von Krebs möglicherweise vorbeugen. Die Unternehmen sollten aus einem weiterem Grund dafür sein: "Aus anderen Studien wissen wir, dass sich eine höhere Lichtintensität während der Nachtarbeit auch steigernd auf die Produktivität auswirkt", so Erren.
(Uniklinik Köln, 05.12.2008 - NPO)
 
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