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Samstag, 11.02.2012
Peking: Europäische Schnüffelnasen gegen dicke Luft
Luftgütemesssystem aus Europa in Peking installiert
Weniger als einen Monat vor Beginn der olympischen Spiele in Peking haben chinesische Behörden Maßnahmen zu Verbesserung der Luftqualität angekündigt. Bereits jetzt wurde ein neues Messsystem in der Hauptstadt installiert, das die Effektivität der Bemühungen überwachen soll.

Olympiastadion von Peking
Olympiastadion von Peking
© GFDL Olympiastadion von Peking
Im Vorfeld der Spiele ist die notorisch schlechte Luft in und um Peking immer wieder Thema. Sie könnte Leistungen und Gesundheit der Athleten beeinträchtigen, vor allem in den Ausdauersportarten wie Radfahren oder Marathon. Hauptquelle der Luftverschmutzung im Stadtgebiet Pekings ist der Verkehr. Hier hat die Regierung bereits Restriktionen eingeführt, die rund die Hälfte der 3,5 Millionen Fahrzeuge seit dem 20. Juli und noch bis zum 20. September von den Straßen verbannen. Während dieser Zeit muss jeder Autofahrer im Stadtgebiet sein Fahrzeug jeden zweiten Tag stehen lassen, Autos mit hohem Schadstoffausstoß dürfen gar nicht fahren.

Um feststellen zu können, ob die Maßnahmen greifen und wie hoch die Belastung in den verschieden Stadtgebieten tatsächlich ist, hat die chinesische Umweltministerium jetzt von der Cambridge Environmental Research Consultants (CERC) im Auftrag der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA ein hochauflösendes Luftgütemesssystem installieren lassen. Seit 8.Juli registrieren die Messgeräte fortlaufend die Luftqualität und Meteorologen ermitteln daraus eine straßengenau aufgelöste Belastungskarte.

Jeden Tag werden zudem aktuelle Drei-Tages-Vorhersagen auf der Website www.beijingairquality.cn veröffentlicht. Sie bestehen aus 3D-Konturkarten, die die Konzentrationen von Stickstoffdioxid, Ozon, Feinstaub und Schwefeldioxid für jeden der acht Bezirke Pekings zeigen. Die Nutzer können sich dabei die Belastung durch jeden Schadstoff einzeln anzeigen lassen oder aber den Gesamtindex der Belastung.

„Die letztendlichen Vorhersagen nutzen eine Kombination von Luftgütemessungen, Oberflächendaten und Modellierung“, erklärt David Carruthers vom Cambridge Environmental Research Consultants (CERC), die im Auftrag der ESA das System installierten. „Das System ist hochflexibel und kann schnell angepasst werden um beispielsweise die speziellen Umweltschutzmaßnahmen während der Spiele mit einzubeziehen.“
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