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Freitag, 10.02.2012
Frühwarnsystem für Ausdauersportler
Radiologen erkennen Schädigungen an Gelenken und Muskeln schon im Frühstadium
Ausdauersportler sind hart zu sich selbst. Verletzungen an Gelenken, Knochen und Gewebe beachten sie erst, wenn sie starke Schmerzen haben. Schäden entstehen aber schon wesentlich früher. Dies haben österreichische Mediziner in einer Studie mit Teilnehmern eines Triathlons gezeigt. Sie untersuchten die Sportler vor und nach dem Wettkampf und fanden dabei heraus, dass viele Athleten schon vor dem Wettkampf so genannte Mikroverletzungen aufwiesen - die sich dann durch den Wettkampf verschlimmerten.

Marathonlauf
Marathonlauf
© GFDL Marathonlauf
Mithilfe moderner Magnetresonanztomographen können Radiologen heute schon kleinste Veränderungen feststellen, die bei Belastung aber möglicherweise zu Frakturen und ernsthaften Knorpelverletzungen führen. Im Laufe des Wettkampfes in Kärnten vergrößerten sich die Vorschäden bei einigen Athleten und entwickelten sich zu Kniegelenksergüssen, Entzündungen der Achillessehne, Muskelödemen und periostalen Ödemen. Besonders häufig diagnostizierten die Radiologen Ödeme, das sind Wasseransammlungen, die in dauerhaft überbelasteten Gelenken entstehen und das Gewebe schwächen.

MRT erkennt Überlastungsschäden
Dr. Sandra Habernig, Radiologin am Landeskrankenhaus Klagenfurt und Leiterin der Studie, rät: „Sportler können Überlastungsschäden durch eine MRT-Untersuchung schon früh erkennen und ihr Training entsprechend gestalten.“ Deshalb sei es auch für Breitensportler sehr wichtig, sich rechtzeitig medizinischen Checks zu unterziehen. „Im Ausdauersport sind die Belastungen für Amateure ähnlich hoch wie für Profis“, erklärt Habernig.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie des Radiologischen Instituts der Universität Essen und des Erwin L. Hahn Instituts für Magnetresonanz in Essen. Die Mediziner untersuchten mit einem neuen Hochleistungs-Magnetresonanztomographen mit einer Stärke von sieben Tesla die Sprunggelenke von Marathonläufern nach einem Wettkampf.

„Bei vielen Athleten wiesen wir im Anschluss an den Wettkampf winzige Verletzungen nach. Wann diese entstanden sind, können wir mit dieser Studie allerdings nicht sagen“, erläutert die Leiterin der Studie, Dr. Susanne Ladd. „Einige Athleten hatten zum Beispiel Knorpelverletzungen, die irreparabel sind. Veränderungen wie diese hätten wir mit normaler Technik kaum sehen können - sie führen aber häufig zu einer Arthrose", bestätigt Patrick Kokulinsky, Radiologe aus dem Team von Ladd.

Schwimmen statt laufen
Die Mediziner der Triathlon-Studie bestätigen, dass besonders das Laufen für die diagnostizierten Verletzungen verantwortlich ist. In der Untersuchung der Triathleten stellten die Ärzte beispielsweise kaum Veränderungen in Schulter-, Brust- und Armbereich fest, obwohl die Athleten knapp vier Kilometer geschwommen waren und auch in der Vorbereitung intensiv im Wasser trainiert haben.

Habernig rät daher, das Training für ausdauerndes Laufen umzustellen und sich schonend auf einen Wettkampf vorzubereiten. Jedoch betonen die für die Studien verantwortlichen Ärzte auch, dass niemand sich vom Sport abhalten lassen soll. Denn ein ausgewogenes Training trainiert schließlich auch die Knochen und Gelenke sowie das Herz-Kreislauf-System. Dies zählt auch und vor allem für Breiten- und Freizeitsportler.
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