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Freitag, 24.03.2017
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In Zukunft kaum Chancen auf eine weiße Weihnacht?

Folgen des Klimawandels in Norddeutschland deutlich spürbar

Eine Untersuchung des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation in Hamburg zeigt, dass der Klimawandel sich bereits deutlich auf die Weihnachtstage auswirkt. Mit weißen Weihnachten könnte es demnach zumindest für die Nordlichter endgültig vorbei sein.
Schneelandschaft

Schneelandschaft

Das Institut hat die Klimadaten der Station Hamburg-Fuhlsbüttel für den klimatologischen Zeitraum 1977 bis 2006 mit denen der Jahre 1947 bis 1976 verglichen. Dabei stellten die Klimaexperten fest, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Schneedecke am 24. Dezember von 30 Prozent auf heute nur noch zehn Prozent gesunken ist. Und auch an den beiden Tagen danach sieht es mit weißer Weihnacht immer schlechter aus. War für den ersten Weihnachtstag früher alle fünf Jahre mit einer Schneedecke zu rechen, ist das heute nur noch alle 14 Jahre der Fall. Zwar weist der zweite Weihnachtstag mit 17 Prozent noch die größte Wahrscheinlichkeit für Schnee auf, doch war auch diese im Vergleichzeitraum mit 27
Prozent deutlich höher.

Klimawandel vermiest Weihnachtsschnee


Die Ursachen sieht das Institut in der Klimaerwärmung. "Die durchschnittlichen Tagestemperaturen sind zu Weihnachten heute um 1,4°C höher, als noch in den Jahren 1947 bis 1976", erklärt Frank Böttcher, Leiter des WetterKontrollZentrums und Geschäftsführer des Institutes für Wetter- und Klimakommunikation.

Besonders deutlich zeigt sich die Erwärmung bei der Zunahme besonders milder Weihnachtstage. Die Experten verglichen hierzu die Zahl der Tage mit einer Tageshöchsttemperatur über 7°C. Dabei stellten sie fest, dass sich die Zahl für den ersten Weihnachtstag von vier auf elf fast verdreifacht hat. Der deutliche Temperaturanstieg verändert die Schneewahrscheinlichkeit.

Norddeutschland besonders betroffen


Böttcher sieht Hamburg in einem Grenzbereich, der den Klimawandel besonders deutlich macht: "Schnee fällt bei uns vor allem bei Werten um Null Grad und da genügt die mittlere Erwärmung um fast eineinhalb Grad, dass die Niederschläge zu Weihnachten immer häufiger als Regen fallen. Ein zweiter Faktor kommt hinzu: Da die meisten Tage weißer Weihnacht nur aus einer sehr dünnen Schneedecke bestehen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Temperaturanstieg die dünnen Schneedecken schneller abtauen lässt, als es früher der Fall war."


Die letzten geschlossenen Schneeflächen lagen Weihnachten 2002. Damals konnte sich eine etwa 1cm dünne Schneedecke über alle drei Feiertage hinweg halten. Die höchste Schneedecke der letzten 60 Jahre lag am 26. Dezember 1981. Es war mit 11cm Schnee der einzige Weihnachtstag im gesamten Zeitraum mit einer Schneedecke über zehn Zentimetern. Wer auf richtig viel Schnee zu Weihnachten hofft, wird keine Freude an der Wahrscheinlichkeit haben: An nur drei aller Weihnachtstage der letzten 60 Jahre lag eine Schneedecke über fünf Zentimetern.
(Institut für Wetter- und Klimakommunikation, 24.12.2007 - NPO)
 
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