• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Samstag, 29.07.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Riesenpanda keine evolutionäre Sackgasse

Nicht genetische Beschränkungen sondern allein der Mensch sind größte Überlebenshürde

Bisher galt der Riesenpanda immer als eine Art “Sackgasse” der Evolution. Zu hohe Spezialisierung und eine geringe Fortpflanzungsrate prädestinierten ihn zum Aussterben – schon aus rein biologischer Sicht. Doch jetzt haben Forscher diese Annahme widerlegt und nachgewiesen, dass nicht die Evolution, sondern eindeutig der Mensch die größte Hürde im Überleben der wählerischen Bambusfresser ist.
Riesenpanda

Riesenpanda

Der Riesenpanda lebt isoliert, stellt extrem enge und spezielle Anforderungen an seine Nahrung und bekommt nur wenig Nachwuchs. Genau diese Eigenschaften haben dazu geführt, dass innerhalb der Pandapopulationen inzwischen eine Art genetische Monokultur herrscht. Dieser Mangel an genetischer Vielfalt aber muss unweigerlich zu einem Aussterben der Art führen – so jedenfalls bisher die einhellige Meinung der Experten.

Jetzt aber haben Michael Bruford und Benoît Goossens von der Universität von Cardiff gemeinsam mit chinesischen Kollegen der West Normal University in Setschuan unter Leitung von Fuwen Wei diese Ansicht widerlegt. In ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftler sowohl die genetische Entwicklung als auch die Populationsdynamik der Tiere in geschützten und ungeschützten Lebensräumen.

“Unsere Forschung stellt die Hypothese in Frage, dass die Riesenpandas eine evolutionäre Sackgasse sind”, erklärt Bruford. „Es ist dagegen sehr eindeutig, dass die Populationsdynamik dieser Tierart unter menschlicher Aktivität wie Entwaldung und Wilderei gelitten hat.“ Anstatt einer genetisch begründeten Unfähigkeit, sich anzupassen und weiter zu entwickeln sehen die Forscher eher den Menschen als Kern des Problems. In den Untersuchungsgebieten, in denen Schutzprogramme durchgeführt werden, blühen die Pandapopulationen in der Tat geradezu auf und nehmen an Anzahl zu.


„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass wir unsere Vorstellungen zur Evolution des Riesenpandas ändern müssen“, so Bruford. „Die Art hat sehr wohl eine lebensfähige Zukunft und besitzt auch die genetische Fähigkeit, sich an neue Bedingungen anzupassen. Geschützt und in seinem natürlichen Umfeld ist der Riesenpanda eine Art mit einer blühenden Zukunft.“
(Cardiff University, 28.08.2007 - NPO)
 
Printer IconShare Icon