• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Sonntag, 23.07.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Australien: Größtes Radioteleskop der Welt entsteht

Square Kilometer Array soll Entstehung von Planeten und Galaxien beobachten

In Westaustralien wird zurzeit ein Prototyp eines Radioteleskops gebaut, das schon bald das größte und fortgeschrittenste Teleskop seiner Art sein könnte: das Square Kilometer Array (SKA). Mit dem SKA wird es Forschern weltweit möglich sein, in nie vorher gekannter Form in die Vergangenheit zu schauen, die Entstehung von Planeten und Galaxien zu beobachten, die Evolution des kosmischen Magnetismus zu entschlüsseln und die Relativitätstheorie zu testen.
Galaxien

Galaxien

Das SKA wird aus tausenden kleiner Teleskope bestehen, die über den Kontinent verteilt sein werden, spiralförmig ausgehend von der Pastoral Station in Boolardy im tiefen Outback von Westaustralien. Die Empfangsfläche wird insgesamt einen Quadratkilometer umfassen, woher das Teleskop seinen Namen erhalten hat.

Die SKA Referenzanordnung besteht aus Schüsseln und Dipolantennen, die auf Platten oder ebenen Bodenflächen aufgesetzt werden. Das Führungsteleskop - Pathfindertelescope - mit dem Namen Mileura Widefield Array (MWA), das zurzeit in Westaustralien gebaut wird, wird aus Dipolplatten bestehen. Einige Prototypen der Platten sind bereits aufgestellt. Professor Mervyn Lynch von der Curtin University of Technology in Perth ist für die Infrastruktur, den Bau und die Erweiterung des ständig wachsenden MWA verantwortlich.

"Bislang haben wir die Platten selber hergestellt, da wir sie auf Probleme und Fehler testen müssen. Da es sich um Prototypen handelt, müssen die Tests gründlich erfolgen. Am Standort ist außer Buschland nichts vorhanden, wodurch weder elektrischer Strom, Glasfasertechnik, Licht, Wasser oder Brennstoff zur Verfügung steht. Wir sind also äußerst unabhängig und die Curtin University, als lokale Partneruniversität, stellt den Großteil der Infrastruktur zur Verfügung."


Zahlreiche weitere Institutionen sind an dem Projekt und seiner kontinuierlichen Weiterentwicklung auf allen Ebenen beteiligt, indem sie Sensorprototypen für das MWA entwickeln oder für ständigen Materialnachschub sorgen. Sowohl das MIT (Massachusetts Institute of Technology) als auch die Harvard University unterhalten bereits Sensoren vor Ort, während die University of California Berkeley voraussichtlich ab Juli 2007 Instrumente in Westaustralien in Betrieb nehmen wird.

Vorbereitende Forschung bereits in vollem Gange


Die vorbereitende Forschung hat bereits begonnen: die Astronomen kalibrieren die Teleskope, insbesondere im Tieffrequenzbereich, um die Einflüsse der erdeigenen Ionosphäre zu verstehen und die Signale aus der Galaxie heraustrennen zu können. Im Rahmen dieser Forschung wird der Einfluss von Sonneninstabilität auf die Erde untersucht. Die Ergebnisse werden es unter anderem ermöglichen, Einwirkungen dieser Instabilitäten auf Radioübertragung, Telekommunikations- und Computernetze sowie elektrische Geräte zu verstehen.

Obwohl der endgültige Standort des SKA bis 2010/2011 noch nicht festgelegt wird, ist Lynch überzeugt, dass die Arbeit der Forscher am Führungsteleskop SKA sehr gewinnbringend für alle Beteiligten sein wird. "Bis das SKA 2015 fertig gestellt sein wird, werden die SKA Führungsteleskope, zu denen das MWA gehört, zu den weltweit fortgeschrittensten Teleskopen zählen. Dadurch profitiert Westaustralien knapp ein Jahrzehnt lang von Radioastronomie auf höchstem Niveau. Und dies unabhängig davon, ob anschließend die Zusammenführung in das SKA erfolgt.

Jedes Projekt, für das das Teleskop eingesetzt wird, wird Forscher von den teilnehmenden Universitäten zusammenbringen und dadurch hilfreichen, gegenseitigen und dauerhaften Austausch herbeiführen. David Herne beispielsweise wird bei seiner Doktorarbeit sowohl von der Curtin University als auch dem MIT betreut und konnte bereits zahlreiche Partnerschaften resultierend aus dem Teleskopprojekt feststellen. "Auf Forschungsebene sind solche Kontakte unersetzlich.
(idw - Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke- Heinemann, 18.06.2007 - DLO)
 
Printer IconShare Icon