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Samstag, 25.03.2017
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Helm gegen Höhenkrankheit

Neues System ermöglicht Sofortbehandlung bei gleichzeitigem Abtransport in tiefere Bergregionen

Forscher haben einen neuen Überdruckhelm entwickelt, der die Behandlung von Bergsteigern mit der gefürchteten Höhenkrankheit vor Ort möglich macht. Bei einer Besteigung des 7.134 Meter hohen Pik Lenin im zentralasiatischen Kirgisien wollen die Wissenschaftler um Professor Robert Koch von der Medizinischen Universität Innsbruck den neuen Helm nun unter realen Bedingungen erproben. Die Expedition startet am kommenden Wochenende.
TAR-Helm im Einsatz am Stubaier Gletscher

TAR-Helm im Einsatz am Stubaier Gletscher

Das Bergsteigen im Hochgebirge ist mit vielen Risiken verbunden, bis zu einem Viertel der Bergsteiger erkrankt oder verletzt sich in extremer Höhe. Drei von 100 Höhenbergsteigern bezahlen ihr Abenteuer sogar mit dem Leben. Eine der großen Gefahren im Hochgebirge ist die akute Höhenkrankheit. Wegen des niedrigen Sauerstoffgehalts und des geringen Luftdrucks bilden sich dabei lebensbedrohliche Hirn- und Lungenödeme.

Seit einigen Jahren werden deshalb auf vielen Expeditionen Überdrucksäcke mitgeführt, in denen Patienten einem künstlich erhöhten Luftdruck ausgesetzt werden können. Der Nachteil dieser Geräte ist ihr großes Gewicht - circa sieben Kilogramm - und die hohen Anschaffungskosten. Außerdem können die Erkrankten in diesen Geräten nicht transportiert werden, und der lebensnotwendige Abstieg in tiefere Regionen wird dadurch verzögert.

Know-how aus der Intensivstation


Die Innsbrucker Forscher um Koch von der Universitäts-Klinik für Innere Medizin haben nun einen Beatmungshelm, wie er bereits in Intensivstationen zum Einsatz kommt, für den mobilen Einsatz adaptiert. In Verbindung mit einer mechanischen Luftpumpe entsteht so ein Rettungsgerät, das leicht zu transportieren ist und gegenüber den großen Überdrucksäcken deutliche Vorteile bringt.


„Der TAR-Helm – TAR steht für Thin Air Rescue – kann eine sinnvolle Ergänzung in der Therapie der Höhenkrankheit sein“, erklärt Koch. „Unser TAR-Helm bedeckt nur den Kopf und den Hals und schränkt deshalb die Mobilität des Patienten nur geringfügig ein. Der wichtige Transport in tiefere Bergregionen wird damit kaum behindert. So kann einerseits die dringend notwendige Sofortbehandlung mit erhöhtem Umgebungsluftdruck durchgeführt und andererseits der Abtransport sofort begonnen werden.“

Begleitet wird Koch auf der anstehenden Expedition zum Pik Lenin von Dr. Lukas Hinterhuber, Dr. Martin Faulhuber und Dr. Hannes Gatterer sowie zwölf weiteren Extrembergsteigern. Am 22. Juli besteigen sie das Flugzeug nach Bischkek, am 26. beginnt dann die Besteigung des Pik Lenin, der höchsten Erhebung am Pamir-Hauptkamm in Zentralasien. Der bereits patentierte TAR-Helm soll dabei in unterschiedlichen Höhenlagen wissenschaftlich getestet werden.
(Medizinische Universität Innsbruck, 19.07.2006 - DLO)
 
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