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Mittwoch, 18.10.2017
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Biogas auch für Ökobauern

Biomassenutzung auch bei geringer Gülleproduktion möglich

Ein Pilotprojekt im Wendland zeigt, dass die Biogasnutzung auch für kleine Ökolandbaubetriebe mittlerweile wirtschaftlich attraktiv ist. Aufgrund der geringeren Zahl an Tieren pro Hektar und dem fehlenden Flüssigmist als klassischem Grundstoff für Biogasanlagen, galt die Rentabilität beim Betrieb einer solchen Anlage bisher als fraglich. Doch bei der gleichzeitigen Verfeuerung von Pflanzen lässt sich selbst mit wenig Gülle profitabel Biogas erzeugen.
Stroh als Biomasse-Ressource

Stroh als Biomasse-Ressource

Biobauer Ebeling aus Püggen im Wendland zum Beispiel vergärt zusammen mit der Gülle pflanzliche Rohstoffe: ökologisch angebauten Mais und Kleegras. So erzeugt er Biogas, das ein Blockheizkraftwerk anschließend verbrennt. Der dort erzeugte Strom gelangt vollständig in das Netz eines öffentlichen Versorgers. Die entstandene Wärme beheizt ganzjährig die Gärbehälter des Bauern und im Winter mittlerweile sieben Wohnhäuser im benachbarten Dorf. Weitere Häuser sollen folgen - insgesamt könnte die Anlage etwa zwölf bis dreizehn Wohnhäuser mit Wärme versorgen. Der Ökolandbetrieb und die Nachbarn sparen so 40 Tonnen Heizöl pro Jahr ein und vermeiden jährlich über 100 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid.

Möglich macht dies eine mit finanzieller und fachlicher Unterstützung des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Umweltbundesamtes (UBA) errichtete so genannte Biogasanlage. Diese vergärt Kleegras und Maispflanzen zu einem Methan-Gas, das ein benachbartes Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umwandelt. Zusätzlich liefert die Anlage dem Bauern Biodünger, denn die Gärrückstände sind wertvolle Nährstoffe für seine Felder.

Bio-Dünger für die Felder


Dies ist ein weiteres Plus der Biogasanlage: Denn der im Kleegras und Mais enthaltene Stickstoff lässt sich effektiv nutzen. Als Teil der Gärrückstände kann der Bauer den Stickstoff als einfach verfügbaren, flüssigen Bio-Dünger auf die Felder bringen. Bislang pflügen Ökolandbetriebe das Kleegras in der Regel direkt unter. Sie führen dem Boden so natürlichen Stickstoffdünger zu, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten - im Ökolandbau ist mineralischer Stickstoffdünger nicht erlaubt.


Das Unterpflügen der Kleepflanzen führt jedoch zu Ammoniakemissionen sowie zum Ausstoß der Klimagase Methan und Lachgas. Mit dem flüssigen Dünger auf Basis fermentierten Kleegrases verringert sich dieser Ausstoß: Die Landwirte bringen den Dünger also klimaschonend und ohne Ertragsverluste auf die Felder.
(idw – Umweltbundesamt, 29.06.2006 - AHE)
 
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