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Dienstag, 17.01.2017
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Regenvorhersage bald besser?

Meteorologische Messkampagne sammelt neue Daten

Trotz modernster Computer sind vor allem langfristige Klima-Prognosen aber auch kurzfristige Wettervorhersagen nach wie vor ein Problem. Um mehr und bessere Daten für diese komplexen Berechnungen zu erhalten, startet bald die bislang größte deutsche meteorologische Messkampagne. Die neuen Daten könnten zukünftig auch den Kampf gegen Hochwasser und die dadurch verursachten wirtschaftlichen Schäden erleichtern. Eingebettet ist das Projekt in das Weltwetterforschungsprogramm der Vereinten Nationen.
Wolkenbruch

Wolkenbruch

Es ist keine Seltenheit, dass Wetterfrösche bei der Regenprognose um 100 Prozent daneben liegen: "Jüngste Messungen zeigen, dass die Regenvorhersage zum Beispiel im Schwarzwald auf der Rhein-Seite um 100 Prozent zu hoch liegen kann, während der Niederschlag in Richtung Neckar um 100 Prozent unterschätzt wird", erklärt Volker Wulfmeyer vom Institut für Physik und Meteorologie der Universität Hohenheim. Die Folgen für die Hochwasservorhersage liegen auf der Hand. Aber auch der Tourismus leidet darunter, wenn die Prognosen die Qualität von Aprilwetter haben: "Laut Vorhersage erreicht der Regen meist gegen 13 Uhr seinen Höhepunkt - tatsächlich kommt der große Guss erst um 17 Uhr und lässt daher viel mehr Freiraum für Spaziergänger und Gipfelstürmer."

Internationale Kooperation und Messphalanx


Abhilfe soll eine ganze Phalanx an wissenschaftlichem Gerät schaffen, das Wulfmeyer und Kollegen mit Hilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der WMO, internationaler meteorologischer Institute und der Wetterdienste mehrerer Länder - insbesondere dem Deutschen Wetterdienst - im Jahr 2007 in Deutschland zusammenziehen möchte. "Dabei soll es sich um eines der größten meteorologischen Experimente handeln, die bisher in Deutschland stattgefunden haben", bestätigen Wulfmeyer sowie Andreas Behrendt als Koordinator des Messprogramms.

Geplant sind vier neue so genannte "Supersites" im Schwarzwald und in den Vogesen mit allem, was die Messtechnik zu bieten hat. Hinzu sollen vier Forschungsflugzeuge des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen, des Forschungszentrums Karlsruhe sowie von Forschungseinrichtungen aus England und Frankreich kommen sowie ein Netzwerk von 50 neuen Sensoren und zwei mobilen Plattformen mit dreidimensionalen Laser-Abtastsystemen. "Viele der Geräte sind Prototypen, die es weltweit nur einmal gibt." Teilweise sollen diese Daten so schnell zur Verfügung gestellt werden, dass sie für Wettervorhersagen während des Experiments genutzt werden können. Die Federführung des Projekts hat die Universität Hohenheim in Zusammenarbeit mit der Universität und Forschungszentrum Karlsruhe inne.


Regenbildung über Mittelgebirgen im Visier


Die Ausgestaltung der Kampagne wollen die Meteorologen am 10./11. April 2006 auf dem COPS-Workshop an der Universität Hohenheim klären. "COPS" steht für "Convective and Orographically-induced Precipitation Study". Frei übersetzt sagt der Titel, dass sich das Forschungsprogramm auf die Regenbildung über Mittelgebirgen konzentriert. "Für Computermodelle sind das sehr problematische Gebiete, die große Fehler bergen", erklärt Wulfmeyer.

"Um Regen vorherzusagen, bevor man die Wolken sieht, brauchen wir außerdem dreidimensionale Daten über die klare Luft bis mehrere Kilometer über dem Boden, zum Beispiel Feuchtigkeit, Temperatur und Windverteilung. Doch gerade die sind äußerst schwer zu messen." Als Prototyp entwickeln das Institut für Physik und Meteorologie der Universität Hohenheim, das Institut für Troposphärenforschung in Leipzig, das DLR Oberpfaffenhofen und die Arbeitsgruppe Nichtlineare Optik der Universität Potsdam mit Unterstützung der DFG deshalb ein neues Messgerät, basierend auf der LIDAR-Methode. Das Kürzel steht für "LIght Detection And Ranging", da das Gerät wie ein Radar die Atmosphäre dreidimensional auffächert.
(idw - Pressemitteilung Universität Hohenheim, 11.04.2006 - AHE)
 
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