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Dienstag, 30.05.2017
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Vogelgrippe: Falscher Alarm bei Zuchtenten in Bayern

Deutscher Nutzgeflügelbestand weiterhin H5N1-frei

Es wäre der erste Fall von Vogelgrippe bei Zuchtgeflügel in Deutschland gewesen. Doch der Verdacht einer Infektion von Enten mit dem H5N1-Erreger in einem Betrieb im bayerischen Landkreis Lichtenfels hat sich nicht bestätigt. Dies teilte gestern Abend das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)auf der Insel Riems mit.
Vogelgrippeviren H5N1 (gelb)

Vogelgrippeviren H5N1 (gelb)

Bei eingehenden Untersuchungen des nationalen Referenzlabors für Vogelgrippe konnten die Wissenschaftler Geflügelpestviren des Typs H5 und H7 in den Proben definitiv ausschließen. “Damit steht eindeutig fest, dass wir nach wie vor keinen Fall von Geflügelpest in einem deutschen Nutzgeflügelbestand haben“, so Professor Thomas Mettenleiter, der Präsident des FLI. Die bereits eingeleiteten Sperrmaßnahmen der Behörden wurden nach Bekanntwerden der negativen Testergebnisse mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

Noch in der Nacht auf Montag war der gesamte Geflügelbestand - 200 Jungenten, 150 Enten und 60 Masthähnchen – vorsorglich medikamentös getötet und in eine Tierkörperbeseitigungsanlage gebracht worden, nachdem Influenza A-Schnelltests positiv waren. "Aufgrund der klinischen Symptomatik in Verbindung mit den labordiagnostischen Ergebnissen konnte der Verdacht des Ausbruches der Geflügelpest nicht ausgeschlossen werden. Um kein Risiko einzugehen, hat die zuständige Kreisverwaltungsbehörde in Absprache mit dem Leiter des bayerischen Tierseuchenkrisenstabes daher die vorsorgliche Keulung des Bestandes seuchenrechtlich angeordnet", so Bayerns Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf.

Erleichterung und Kritik


Deutschlands Verbraucherschutzminister Horst Seehofer zeigte sich erleichtert über die negativen Untersuchungsergebnisse des FLI, kritisierte aber zugleich die Informationspolitik von Schnappauf und vor allem die schnelle Veröffentlichung des Vogelgrippe-Verdachts. Nach Meinung Seehofers wäre es besser gewesen, erst die endgültigen Untersuchungen der Proben im FLI abzuwarten, statt die Bevölkerung unnötig in Aufregung zu versetzen


Der oberfränkische Geflügelhalter hatte am Samstag - nach einer Lieferung von 200 Jungenten aus Niedersachsen - dem zuständigen Veterinäramt am Landratsamt eine auffällige Sterberate gemeldet. Die daraufhin an den sechs verendeten Tieren durchgeführten Influenza A-Schnelltests waren positiv. Zur Feststellung, ob es sich um den hoch ansteckenden H5N1-Erreger handelt, wurden die Proben dann an das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) übersandt.

Zwei weitere Betriebe im Landkreis Lichtenfels und im Landkreis Kronach waren ebenfalls durch den niedersächsischen Spediteur beliefert worden. Die beiden Betriebe wurden zunächst ebenfalls vorsorglich gesperrt.
(FLI, Verbraucherschutzministerium Bayern, 14.03.2006 - DLO)
 
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