Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Donnerstag, 24.05.2012
Ein "Chamäleon" - nicht nur fürs Handy
Informatiker entwickeln einfach rekonfigurierbare Rechensysteme
Wer heute ein Funktelefon kauft, kennt das Problem. Mit jeder neuen Handy-Generation werden dem Nutzer immer mehr Funktionen angeboten. Doch wer mit seinem alten Telefon auch die neuen Möglichkeiten der nächsten Handy-Generation nutzen möchte, hat Pech. Denn in den Handys befinden sich festprogrammierte Chips, die einen Wechsel oder eine Erweiterung der Funktionalität ausschließen. Hier sollen in Zukunft rekonfigurierbare Systeme Abhilfe leisten. Erste Prototypen dafür haben jetzt Chemnitzer Informatiker entwickelt.

Prototyp eines rekonfigurierbaren Industrieroboters
Prototyp eines rekonfigurierbaren Industrieroboters
© TU Chemnitz
Sie zeigen auf der CeBIT in Hannover wie in Zukunft die Hardware beispielsweise von Kfz-Steuerungen oder Handys flexibel auf gewünschte Änderungen der Funktionalität reagieren kann. Die Chemnitzer nutzen dafür so genannte FPGAs (Field Programmable Gate Arrays, frei programmierbare Logikbausteine). Mit deren Hilfe lassen sich die Schnittstellen zwischen den Systemkomponenten automatisch an sich ändernde Aufgaben anpassen. Derartige Bausteine können leicht innerhalb von Sekunden umprogrammiert werden.

Handys, Kfz-Steuerungen und nahezu alle eingebetteten Systeme könnten - so die Vision - in Zukunft aus komplexen Modulen aufgebaut werden, die zu verschiedenen Zeiten wechselnde Aufgaben übernehmen: Das Handy reagiert dann beispielsweise auf das Zeitsignal in verschiedenen Zeitzonen oder liefert ortsbezogene Orientierungshilfen, etwa das Laden und Verarbeiten von Stadtplaninformation bei gleichzeitiger Auslagerung von Spielen. Und die Kfz-Steuerung, die ja aus verschiedenen Prozessoren besteht, könnte funktionsfähig bleiben, wenn ein Prozessor ausfällt. Die funktionstüchtigen Prozessoren übernehmen dann mittels Rekonfigurierung die Aufgaben des ausgefallenen Prozessors.

Zur CeBIT demonstrieren die Chemnitzer Forscher um Prof. Wolfram Hardt erstmals die automatische Rekonfigurierung von Schnittstellen am Beispiel eines Industrieroboters. Sie zeigen, wie dessen Module bei wechselnden Aufgaben die Daten trotz veränderter Datenströme sicher austauschen können. Das besondere Augenmerk der Chemnitzer Forscher ist dabei auf die sich ändernden Kommunikationswege gerichtet.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Weitere News zum Thema
CSI-Methoden können Herkunft von gefangenem Fisch klären (23.05.2012)
Neuartige Gentests helfen, der illegalen Fischerei einen Riegel vorzuschieben
Neues Mikroskop schaut unter die Haut (23.05.2012)
Forscher machen Blutfluss im Körper sichtbar
Straßenlaternen verändern Tierwelt des Bodens (23.05.2012)
Rund um die künstlichen Lichtquellen leben überdurchschnittlich viele räuberische Insekten und Kleintiere
Risiko für nuklearen GAU größer als gedacht (23.05.2012)
Westeuropa trägt das weltweit höchste Risiko einer radioaktiven Kontamination
Klimawandel bedroht Seegraswiesen im Mittelmeer (22.05.2012)
Einzigartige Lebensgemeinschaft könnte bis 2050 aussterben
Suche
Erweiterte Suche
Special
Dossier: Mythos 2012 - Die Maya, der 21. Dezember und die Fakten
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Dossiers zum Thema
Computer der Zukunft
Rechnen mit Quanten, Licht und DNA
Künstliche Intelligenz
Wenn Maschinen zu denken beginnen...
News des Tages
Ameisen: Vermehrungsverbot als Botschaft auf dem Ei
Satelliten-Überwachung soll Delfine retten
Medizintourismus boomt
Sojabohnen: Hexanfrei zum Protein
Roboterschwärme im Minenräumdienst
Kohlehydrate machen glücklich, Proteine mürisch...
Ein "Chamäleon" - nicht nur fürs Handy
Top-Clicks der Woche
1. Risiko für nuklearen GAU größer als gedacht
2. Stress macht Männer sozialer
3. Feste Essenszeiten wirken Übergewicht und Diabetes entgegen
4. Gelähmte steuert Roboterarm mit ihren Gedanken
5. Ruß und Ozonsmog verstärken die Wanderung der Klimazonen