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Samstag, 25.03.2017
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Klimawandel bedroht Viktoriasee

Wasserspiegel an Afrikas größtem See sinkt dramatisch

Die Umweltverbände Global Nature Fund (GNF) und Global 2000 warnen vor einer neuen Gefahr für Natur und Menschen am Viktoriasee: der Wasserspiegel an Afrikas größtem See sinkt kontinuierlich aufgrund von Klimaveränderungen, Bau von Staudämmen und weitflächigen Abholzungen. Betroffen hiervon sind 30 Millionen Menschen, die an dem 68.000 Quadratkilometer großen Süßwassersee leben.
Der Victoria-See

Der Victoria-See

Aktuelle Schätzungen der Umweltschützer gehen von einem Rückgang des Seenpegels von rund zwei Metern in den letzten drei Jahren aus. Das Seeufer in Kisumu, der größten kenianischen Stadt am Viktoriasee, ist innerhalb weniger als eines Jahres um bis zu 15 Meter zurückgewichen. Weil Feuchtgebiete vom Hauptsee durch ausgetrocknete Sandflächen abgetrennt wurden, verlieren Buntbarsche und andere Fischarten ihre lebenswichtigen Laichplätze.

150.000 Quadratkilometer Land degradiert


Es gibt nach Angaben der Umweltorganisationen zudem bereits Anzeichen für einen Niedergang der Fischbestände. Dies hätte dramatische Auswirkungen für die bereits in großer Armut lebenden Menschen am See, deren Hauptnahrungs- und Einnahmequelle Fisch ist.

Weiterhin sind die Schifffahrt, die Trinkwasserversorgung und Energiegewinnung durch Wasserkraftwerke wegen des niedrigen Wasserstandes in einigen Teilen der drei Anrainerstaaten Kenia, Uganda und Tansania beträchtlich eingeschränkt.


Die Ursachen für den Wasserrückgang sind nach Angaben der Umweltschützer menschengemacht. Klimaveränderungen, Staudämme der Wasserkraftwerke in Kiira und Nalubaale in Uganda sowie die Abholzung der natürlichen Vegetation an Ufern und Zuflüssen des Sees verändern dramatisch den natürlichen Wasserhaushalt. Insgesamt sind nach Schätzungen des UN-Umweltprogramms UNEP rund 150.000 Quadratkilometer Land im Einzugsbereich des Tropensees degradiert.

3,6 Grad mehr bis 2080


Aus Sicht der Umweltschützer spielt vor allem der Klimawandel eine wesentliche Rolle. Wegen langer Trockenperioden fehlen dringend benötigte Regenfälle in der Region. Eine vom GNF in Auftrag gegebene Studie des Tyndall Centres for Climate Change Research in England prognostiziert einen Temperaturanstieg am Viktoriasee von 3,6 C bis zum Jahr 2080.

"Wir erleben erste Auswirkungen des Klimawandels am Viktoriasee und an weiteren See überall auf der Erde. Ohne eine schnelle Reduktion des Treibhausgasausstoßes durch die Industrieländer ist die Lebensgrundlage von Millionen Menschen in naher Zukunft bedroht", so Udo Gattenlöhner, Direktor des GNF.

Der GNF und seine kenianische Partnerorganisation OSIENALA führen seit mehreren Jahren Projekte zum nachhaltigen Natur- und Klimaschutz am Viktoriasee durch. Dazu zählt unter anderem das Vorhaben "Erneuerbare Energien für Fischer am Viktoriasee.
(Deutsche Umwelthilfe, GLOBAL 2000, GNF, 15.02.2006 - DLO)
 
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