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Donnerstag, 09.02.2012
Wie viel Wasser transportiert der Zirkumpolarstrom?
Deutsch-französische Zusammenarbeit in der Antarktis
Der Antarktische Zirkumpolarstrom verbindet den Pazifischen Ozean, den Atlantik und den Indischen Ozean zu einem globalen System und beeinflusst damit Temperaturen und Niederschlagsmengen auch außerhalb der Polargebiete. Doch wie viel Wasser wird dort transportiert? Damit beschäftigen sich jetzt Wissenschaftler während der 23. Antarktisexpedition an Bord des Forschungseisbrechers Polarstern vom Alfred-Wegener-Institut für
Polar- und Meeresforschung.


Antarktischer Zirkumpolarstrom
Antarktischer Zirkumpolarstrom
© AWI Antarktischer Zirkumpolarstrom
Bis zur Rückkehr in Punta Arenas/Chile am 8. Februar verankern die Forscher in der Drake-Passage zwischen der Antarktis und Südamerika 33 Strömungsmessgeräte und zwei Bodendruckmessgeräte an zehn Positionen im antarktischen Ozean, die mehrere Jahre lang Daten zum Zirkumpolarstrom aufnehmen sollen. Die Menge der transportierten Wassermassen gilt als Schlüsselindex zur Beurteilung der weltweiten Klimaentwicklung.

Schlüssel zum Klimaverständnis
Die Geräte liegen entlang der Flugbahn des Satelliten Jason-1, der die Neigung der Meeresoberfläche misst. Zusammen geben diese Daten Aufschluss über den Transport von Wassermassen und Wärme im Antarktischen Zirkumpolarstrom. Klimamodelle müssen diese Transporte realistisch wiedergeben, um belastbare Vorhersagen zu liefern.

Deutsch-französische Kooperation
"Mit Hilfe des Alfred-Wegener-Instituts haben wir die Reise sehr sorgfältig planen und vorbereiten können. Ich bin sehr zuversichtlich und freue mich auf diese Expedition und die zu erwartenden Ergebnisse", meint Christine Provost, vom Laboratoire d'Océanographie Dynamique et de Climatologie (LODYC) der Université Pierre et Marie Curie in Paris, die als erste Französin die wissenschaftliche Leitung an Bord der Polarstern hat. Die Zusammenarbeit des Alfred- Wegener-Instituts mit französischen Partnern, insbesondere mit dem französischen Meeresforschungsinstitut IFREMER und dem französischen Polarforschungsinstitut Paul Emile Victor (IPEV), wird auch in anderen Bereichen wie der Tiefseeforschung oder der gemeinsamen Station auf Spitzbergen erfolgreich betrieben.

Bislang erfolgreiche Expedition
Der gerade abgeschlossene zweite Fahrtabschnitt der diesjährigen Antarktisexpedition in die Lazarew-See verlief zur vollen Zufriedenheit der Forscher. Neben der Versorgung der Neumayer-Station mit unter anderem 30 Containern und 200.000 Litern Treibstoff konnte ein umfangreiches wissenschaftliches Programm absolviert werden.

Im Mittelpunkt standen Arbeiten in der Lazarew-See, dem südlich von Afrika gelegenen Teil des antarktischen Ozeans. Die Untersuchungen zum ökologischen System, in dem der garnelenartige Krill eine Schlüsselstellung einnimmt, sollen den Einfluss von Wassermasseneigenschaften, Meereis und biologischer Faktoren auf das Wachstum und die Vermehrung der Tiere erklären. Neben der Ermittlung der Bestandsdichten werden die Tiere in Aquarien gehalten, um deren Entwicklung zu beobachten. Kurz vor Ende der Fahrt gab es beim Krill an Bord sogar den ersten Nachwuchs zu verzeichnen.
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