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Samstag, 25.03.2017
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Weintrauben stark pestizidverseucht

Extreme Rückstände in Supermarktware für Kinder akut giftig

Der Verzehr gespritzter Tafeltrauben aus dem Supermarkt kann besonders die Gesundheit von Kindern akut gefährden. Das zeigen aktuelle Tests der Umweltorganisation Greenpeace. Die Pestizidbelastung mehrerer Proben hat die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegte "Akute Referenzdosis" bis zum Vierfachen überschritten.
Trauben: pestizidbelastet

Trauben: pestizidbelastet

Diese Extrembelastungen wurden in elf von 77 getesteten Traubenproben und einer von 84 untersuchten Pfirsich- und Nektarinenproben deutscher Supermärkte festgestellt. Bereits bei einmaliger Überschreitung dieses Grenzwertes bestehe die Gefahr von Gesundheitsschäden, so Greenpeace. Betroffen sind Märkte von Edeka, Lidl, Metro, Rewe und Tengelmann in Berlin, Dortmund, Dresden, Frankfurt, Köln, Mannheim, München und Stuttgart. Die Früchte stammten aus der Türkei und Italien.

"Nie zuvor fand Greenpeace derart gefährliche Giftmengen im Obst", sagt Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter. "Würde ein zwölf Kilogramm schweres Kind stark belastete Trauben von Tengelmann essen, wäre schon nach vier Einzeltrauben eine akute Schädigung des Hormon- oder Nervensystems zu befürchten. Der Verkauf solcher Früchte grenzt an Kriminalität."

Kinder sind besonders gefährdet, da sie bezogen auf ihr Körpergewicht mehr verzehren und so eine höhere Pestiziddosis aufnehmen als Erwachsene.
Die festgestellten Gefährdungen gehen wegen der akuten Gesundheitsgefährdung weit über den Tatbestand einer einfachen Höchstmengenüberschreitung hinaus.


In den untersuchten Proben wurden zudem bis zu 18 Pestizide gleichzeitig nachgewiesen. Somit besteht die Möglichkeit, dass sich die Chemikalien gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken. Am häufigsten wurden das Insektenvernichtungsmittel Lambda-Cyhalothrin und das in Deutschland nicht zugelassene, hormonell wirksame Pilzbekämpfungsmittel Procymidon gefunden.

Greenpeace informierte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin, die Landesministerien und die untersuchten Supermarktketten über die Pestizidfunde und forderte diese auf, sofort Schutzmaßnahmen einzuleiten und das Schnellalarmsystem der EU-Kommission zu verständigen. Außerdem erstattete Greenpeace Anzeige gegen die Supermarktketten wegen des Verkaufs gesundheitsgefährdender Lebensmittel. "Verbraucher sollten unbedingt beim Einkauf auf rückstandsarme Ware achten. Die beste Wahl sind Bio-Lebensmittel, die in der Regel ganz frei von Pestizidrückständen sind", sagt Krautter.
(Greenpeace, 15.11.2005 - NPO)
 
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