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Mittwoch, 18.10.2017
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Natur-Renaissance im Wattenmeer

Nationalpark-Bilanz nach 20 Jahren positiv

Der Zustand der artenreichen Natur an der Küste hat sich seit Gründung des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer deutlich verbessert. Blühende Salzwiesen und eine eindrucksvolle Vogelwelt sind heute Markenzeichen des Schutzgebietes und Grund zur Freude für alle Besucher. Allerdings sei es noch ein weiter Weg, bis der Nationalpark auch internationalen Ansprüchen genüge. Dies geht aus einer von der Schutzstation Wattenmeer und dem WWF vorgelegten Bilanz anlässlich des 20. Geburtstages des Nationalparks am 1. Oktober hervor.
Wattboden

Wattboden

„Insgesamt ist der 20. Geburtstag des Nationalparks ein Feiertag für den Naturschutz in Deutschland“, sagte Hans-Ulrich Rösner, Leiter des WWF-Projektbüros Wattenmeer. Es sei heute mit über 4.400 Quadratkilometern der größte Nationalpark zwischen Nordkap und Sizilien. Auf früher intensiv bewirtschafteten Salzwiesen blühen heute wieder Strandflieder, Salzaster und Meerstrandwermut. In der Folge nahmen die Brutbestände vieler Vogelarten wie beispielsweise des Rotschenkels wieder zu. Die artenreiche Vogelwelt der Wattenmeerregion habe zudem vom 1989 erlassenen Jagdverbot profitiert.

„Die jährlichen Ringelganstage zählen zu den touristischen Höhepunkten des Nationalparks“, erklärt Rainer Schulz von der Schutzstation Wattenmeer. „Ohne Jagd sind die Tiere so zutraulich geworden, dass man sie oft ganz aus der Nähe beobachten kann. Heute stehen die aus Nord-Sibirien in das Watt kommenden Ringelgänse nicht mehr auf dem Speiseplan, sondern als Attraktion im Veranstaltungskalender.“

Nachholbedarf bei der Fischerei


Den größten Nachholbedarf sieht der Bericht in der Fischerei. Die Fangfläche habe sich seit dem Gründungsjahr des Nationalparks kaum verringert, noch immer könne sich die Unterwasserwelt kaum ungestört entwickeln. „Wir müssen künftig gemeinsam mit der Fischerei erreichen, dass der Nationalpark gut geschützt ist und trotzdem eine nachhaltige Küstenfischerei stattfinden kann“, fordert Rainer Schulz. Auch die Ölförderung im Nationalpark, zahlreiche Baumaßnahmen und die Raketentests in der Meldorfer Bucht widersprächen dem Schutzgedanken.


Der Bericht begrüßt ausdrücklich das Bekenntnis der neuen Landesregierung aus CDU und SPD zum Nationalpark. Zugleich fürchten die Naturschützer jedoch angesichts erheblicher Finanzkürzungen um die Zukunft des Schutzgebietes.

„Das Nationalparkamt kann schon bald seine Aufgaben nicht mehr erfüllen. Auch die für den Tourismus so wichtige Betreuung der Besucher wird schlechter werden“, kritisiert WWF-Sprecher Rösner. „Die politische Zustimmung zum Nationalpark ist nur glaubwürdig, wenn auch die nötigen Gelder fließen.“ Er verweist auf das Wattenmeer in den Niederlanden. Hier habe die Regierung die Zeichen der Zeit erkannt und beschlossen, in den kommenden 20 Jahren 800 Millionen Euro zusätzlich für den einmaligen Naturraum zur Verfügung zu stellen.
(WWF, 04.10.2005 - DLO)
 
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