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Samstag, 21.01.2017
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Körber-Preis für neue Glasfasern

Mit Licht auf neuen Wegen

Mit einem Preisgeld in Höhe von 750.000 Euro treibt die Körber-Stiftung die Forschung neuartiger Typen von gebündelten Glasfasern voran: Heute erhält der Pionier auf dem Gebiet so genannter »photonic crystal fibres«, Professor Philip St John Russell von der Universität Bath (GB) im Hamburger Rathauses den Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft.
Glasfaser

Glasfaser

Der Preis fördert einen einzelnen Wissenschaftler pro Jahr für ein konkretes Forschungsvorhaben aus den Gebieten der Technischen Wissenschaften oder den Lebenswissenschaften. Russell beabsichtigt verbesserte optische und Infrarot-Laser sowie kompakte Quellen für UV- und Röntgenlicht zu konstruieren, mit denen sich in Zukunft äußerst fein strukturierte Computerchips herstellen lassen. Die Forschungen und Ergebnisse des Professors für Physik können helfen, noch schnellere Datenübertragung im Internet zu entwickeln, Umweltsensoren zum Aufspüren umweltbelastender Schadstoffe in Fabriken zu verbessern sowie die genauere Identifikation von Zellen etwa in der Krebszellenforschung.

Glasfasern gleichen Makkaroni-Nudeln


Bislang sind konventionelle Glasfasern wie eine „Makkaroni“-Nudel aufgebaut: Röhren, in deren Inneren Lichtimpulse weitergeleitete werden. Die von Philip Russell 1991 erfundenen und inzwischen zu Produkten entwickelten Fasern bestehen dagegen aus einem Bündel von Kernen aus Glas oder auch von Luftröhren, die jeweils von dünnen Wänden umgeben sind und »photonic crystal fibres« genannt werden.

Die gesamte Faser hat einen Durchmesser von nur etwa 100 Mikrometern - was dem Fünftel eines menschlichen Haares entspricht. Die Forschungen zu einem neuen Typus von Glasfasern, so die Hoffnung, werden eine Fülle neuer Anwendungen erlauben.


Genaue »optische Uhr« konstruiert


Dank Philip Russells photonischer Kristalle war es bereits möglich, eine extrem genaue »optische Uhr« zu bauen. In Zukunft könnten die Fasern auch dazu dienen, Gase, die durch Hohlräume strömen, optisch zu analyisieren. Geplant sind zudem Anwendungen, bei denen mit Hilfe von Lichtstrahlen Zellen durch die Röhren bewegt werden, um sie für biologische oder medizinische Zwecke zu manipulieren.

Weitere Gebiete, denen die Grundlagenforschung Philip Russells dient sind die Biologie oder die Astronomie. Der Preisträger, geboren am 25. März 1953 in Belfast (Nordirland), ist seit 1996 Professor für Physik an der Universität of Bath (GB). Er leitet dort die Arbeitsgruppe „Photonics and Photonic Materials“. Einige seiner Stationen: University of Oxford (GB), Universitäten in den USA und Frankreich sowie die Technische Universität in Hamburg-Harburg (D).
(Körber-Stiftung, 07.09.2005 - DLO)
 
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