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Freitag, 21.07.2017
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Vogelgrippe-Alarm für Europa

Möglicherweise erste Fälle westlich des Ural aufgetreten

Die Vogelgrippe hat offenbar bereits Europa erreicht: Wie russische Behörden bekanntgaben, hat es jetzt auch in einer Region westlich des Ural ein Massensterben von Vögeln gegeben. Die Vögel seien auf einer Geflügelfarm in der kaspischen Region Kalmykia verendet. Noch prüfen die Behörden die Fälle, es wird aber vermutet, dass sie Grippe über Zugvögel eingeschleppt worden sein könnte. Jetzt will auch die deutsche Bundesregierung stärkere Vorsorgemaßnahmen ergreifen.
Vogelgrippeviren H5N1 (gelb)

Vogelgrippeviren H5N1 (gelb)

Bereits am Montag war der Erreger der Vogelgrippe H5N1 in der Stadt Tscheljabinsk im Ural entdeckt worden. In Russland sind bislang mehr als 11.000 Vögel an der Vogelgrippe verendet. Um die Seuche einzudämmen, wurde damit begonnen, Tausende Vögel zu töten. Es seien aber bislang in Russland keine Krankheitsfälle bei Menschen aufgetreten.

"Noch niemand kann genau abschätzen, ob die Seuche von den Haustieren auf die Zugvögel nur temporär übergegangen ist, ob sie sich dort halten wird“, erklärt Klaus Stöhr, Koordinator der Weltgesundheitsorganisation WHO für die Programme zur Bekämpfung der Influenza dazu in der ARD. „Aber auf jeden Fall ist ohne Zweifel klar, dass sie sich jetzt ausbreitet, in den letzten Monaten über Tausende von Kilometern - und wenn man sich mal die Karten anschaut, in welche Richtung, wie häufig Vögel migrieren, dann muss man davon ausgehen, dass die Situation sowohl in Europa und auch in Nordeuropa weitaus bedrohlicher ist, als sie jemals in den letzten zwei Jahren und auch seit der Pandemie 1968 gewesen ist."

Deutschland: Stärkere Grenzkontrollen und Expertenkonferenz


Wegen der näher rückenden Vogelgrippe hat die Bundesregierung die Vorsorgemaßnahmen verschärft. Die Bundespolizei soll Menschen die Einreise nach Deutschland verweigern, falls ein Verdacht besteht, dass sie das Vogelgrippevirus einschleppen. Das teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit. Damit solle sichergestellt werden, dass weder Tiere noch Menschen als Infektionsträger nach Deutschland einreisen.


Verbraucherschutzministerin Renate Künast hat anlässlich der jüngsten Fälle in Russland am heutigen Donnerstag eine Expertenkonferenz zusammengerufen. Hintergrund sind Fälle in Russland: Auch wenn man die genauen Umstände der Infektionen im Ural noch nicht kenn – die russichen Behörden prüfen den Fall noch – geht das Ministerium offenbar vom Schlimmsten aus.

Gefahrenquelle illegale Tierimporte


Angesichts der fortschreitenden Ausbreitung der asiatischen Vogelgrippe in Richtung Mitteleuropa mehren sich jedoch auch Forderungen nach einer strengeren Überwachung von Vogelhändlern und Tierbörsen in Deutschland. Hintergrund sind Schmuggeltransporte lebender asiatischer und russischer Wildvögel, die zu Tausenden über Osteuropa an den Behörden vorbei nach Deutschland geschleust werden.

Bereits letzte Woche wurden bekannt, dass zwei mit einem hochansteckenden Virus infizierte Wildvögel in Brüssel als illegale Importe beschlagnahmt wurden. Reisende hätten die lebendigen Vögel in einem Koffer aus Asien einführen wollen.

Nach Schätzungen des Bonner Komitee gegen den Vogelmord werden pro Jahr mehr als 100.000 Exoten aus Russland und Asien nach Deutschland geschmuggelt, wo sie auf Tierbörsen und von angeblichen "Züchtern" mit hohen Gewinnspannen verkauft werden. Allein in den letzten Jahren sind trotz strenger Importverbote mehrere Dutzend Schmuggeltransporte mit jeweils bis zu 2.000 wildgefangenen Vögeln aus Sibirien und dem Ural aufgeflogen.
(BMVV, dpa, Welt, Komitee gegen den Vogelmord, ARD, 18.08.2005 - NPO)
 
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