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Donnerstag, 21.09.2017
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Vietnamkriegs-Technologie rettet Elefanten

Seismische Sensoren helfen bei der Volkszählung bedrohter Arten

Im Vietnamkrieg sollten die seismischen Sensoren feindliche Truppenbewegungen registrieren, doch heute arbeiten die militärischen Erschütterungsmesser im Dienste des Artenschutzes: Ökologen nutzen sie um die bedrohten Elefantenpopulationen Afrikas zu beobachten und damit besser schützen zu können.
Afrikanischer Elefant

Afrikanischer Elefant

Jason Wood und Kollegen von der amerikanischen Stanford Universität nutzen die Geophone um im afrikanischen Etosha-Nationalpark die Vibrationen aufzufangen, die große Säugetiere beim Gehen und Laufen erzeugen. Für diesen „Lauschangriff“ vergruben die Wissenschaftler die Erdmikrophone unweit eines Tierpfades, der zu einem vielgenutzten Wasserloch führt.

Die Geophone registrierten die Erschütterungen so genau, dass die Forscher mit 82 prozentiger Sicherheit die Schritte der Elefanten von denen anderer Großtiere wie Giraffen, Löwen oder Gnus unterscheiden konnten. Unterschiede in Größe und Frequenz verrieten ihnen so die Anzahl der vorüberziehenden Elefanten. Zum ersten Mal wurde damit erfolgreich diese Geophon-Technik zur Elefantenzählung eingesetzt. Ein früherer Versuch in Sri Lanka scheiterte am Widerwillen der asiatischen Elefanten, sich „abhören“ zu lassen: Die Tiere begannen nach kurzer Zeit, die Geophone auszugraben und zu zerstören.

Eine genaue Einschätzung der Elefantenpopulation ist für die Ökologen eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen effektiven Artenschutz. Bisher mussten sich die Forscher dafür allerdings auf das Zählen von Elefantendung oder „Volkszählungen“ aus der Luft verlassen – beides Techniken, die zwar in der offenen Savanne funktionieren, im dichten Wald aber kaum eingesetzt werden können.


Die neue Methode könnte nun diese Zählungslücke schließen und unter anderem entscheidende Daten für die Planung und das Management von Schutzgebieten liefern. „Weil diese Populationen relativ klein und durch Wilderer gefährdet sind, könnte ihr Schutz durch genauere Methoden zur Erfassung und Einschätzung ihrer Populationsgrößen verbessert werden“, erklärt Wood. Und noch einen Vorteil hat die „Abhörmethode“: „Die robuste, für den Feldeinsatz entwickelte Ausrüstung kann einfach im Boden vergraben werden und sammelt dann selbstständig bis zu einen Monat lang Daten.“ Die Wissenschaftler wollen jetzt Netzwerke aus diesen Geophonen entwickeln, um die Beobachtungen noch weiter zu verfeinern.
(Blackwell Publishing Ltd., 17.06.2005 - NPO)
 
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