• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Sonntag, 22.10.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Tag gegen Lärm

BUND fordert mehr Schutz für Kinder

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und seine Jugendorganisation BUNDjugend haben anlässlich des "Tags gegen Lärm" am 20. April 2005 mit der Verteilung von Gehörschutzmitteln und der Aufstellung eines "Raums der Stille" vor dem Brandenburger Tor gegen zu hohe Lärmbelastungen in den Städten demonstriert. Vor allem Kindern drohten nach Angaben des BUND gesundheitliche Gefahren durch zu viel Lärm.
Schon bei Lautstärken ab 45 Dezibel leiden sie unter Konzentrationsstörungen. An stark befahrenen Straßen seien jedoch sogar Dauerschallpegel von über 70 Dezibel möglich. Extremer Lärm, so die Umweltschutzorganisation weiter, schädige auch bei Erwachsenen das Hörvermögen, verursache Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Dauerlärm über 70 Dezibel nähmen diese Krankheiten deutlich zu.

Der BUND wies in diesem Zusammenhang daraufhin, dass rund 80 Prozent der Deutschen sich nach einer Umfrage des Umweltbundesamtes (UBA) durch Lärm belästigt oder gestört fühlten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert die Einhaltung von 55 Dezibel tagsüber und 45 Dezibel nachts.

Die Minderung der Lärmbelastungen verspreche – so der BUND - eine neue Richtlinie der Europäischen Union, die jedoch derzeit im Bundesrat blockiert werde. Bund und Länder stritten sich dort über die Finanzierung von Lärmschutzmaßnahmen. Die so genannte "Umgebungslärmrichtlinie" verpflichte Städte und Gemeinden, für Ballungsräume und Hauptverkehrswege Lärmkarten und Lärmminderungspläne aufzustellen. Bereits im Sommer letzten Jahres hätte die Richtlinie umgesetzt sein müssen.


Nicola Moczek, Geschäftsführerin der BUNDjugend: "Einerseits muten die Erwachsenen den Kindern zu, in einer lärmüberfluteten Umwelt zu leben. Kein Wunder, wenn immer mehr Kinder unter Stress, Konzentrationsstörungen und Hörschäden leiden. Andererseits wird den Kindern in unserer Gesellschaft zu oft der Mund verboten. Wir wollen in Sachen Lärmschutz Anwalt der Kinder sein. Es ist Aufgabe der Politik, aber auch von uns allen, Kindern und Erwachsenen eine gesunde Umwelt zu schaffen."

Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: "Bund und Länder müssen aufhören, auf Kosten unserer Gesundheit parteipolitische Spielchen zu treiben. Die Umsetzung der Lärmrichtlinie darf nicht länger blockiert werden. Städte und Kommunen, Bund und Länder müssen gemeinsam Maßnahmen ergreifen, um die Lärmbelastungen der Bürger zu senken. Dazu gehören unter anderem Geschwindigkeitsbegrenzungen an extrem belasteten Straßen und schärfere Lärmgrenzwerte für alle Fahrzeugtypen."

Europaweiten Kampagne „Schluss mit dem Lärm!“


Unterdessen ist eu-weit die Kampagne „Schluss mit dem Lärm!“ eingeleitet worden. EU-Kommissar Vladimír Špidla begrüßte die Entscheidung und wies daraufhin, dass die Kampagne auf die Risiken erhöhter Lärmbelastung am Arbeitsplatz aufmerksam machen solle. Ab 2006 wird der Grenzwert für die tägliche Lärmexposition am Arbeitsplatz auf 87 Dezibel gesenkt. Experten schätzen, dass mehr als 13 Millionen Arbeitnehmer aufgrund der Lärmbelastung an ihrem Arbeitsplatz an Hörschäden leiden. Diese sind nicht nur in der Schwerindustrie beschäftigt, sondern auch in Bereichen wie Dienstleistungen, Bildung und Unterhaltung.

„Lärm verursacht nicht nur Hörschäden. Er kann zu Arbeitsunfällen und einem hohen Stresspegel führen“, sagte Špidla. „Überall in Europa wächst die Besorgnis, an Arbeitsplätzen in Fabriken und in der Landwirtschaft bis hin zu Schulen oder Callcentres. Die neue EU-Richtlinie, die bis Februar 2006 in allen Mitgliedstaaten umgesetzt werden muss, senkt den zulässigen Wert und verlangt von den Arbeitgebern, die Lärmbelastung zu beseitigen oder auf ein Minimum zu reduzieren.“
(BUND, EU, 20.04.2005 - DLO)
 
Printer IconShare Icon