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Mittwoch, 26.07.2017
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Bessere Strahlentherapie für Prostatakrebs

Strahlen sollen Tumor zielgenauer treffen als bisher

Wissenschaftler am Universitätsklinikum Tübingen entwickeln ein neues Strahlentherapie-Verfahren, um die Heilungschancen beim Prostatakrebs auf bis zu 90 Prozent zu steigern. Mit der neuen Methode sollen die Strahlen den Tumor zielgenauer als bisher treffen. Dadurch könnten die Mediziner die Strahlendosis erhöhen, ohne benachbarte Organe zu stark zu schädigen. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit rund 120.000 Euro.
Krebszellen

Krebszellen

Prostatakrebs ist in Deutschland das häufigste Krebsleiden des Mannes. Jedes Jahr erkranken hierzulande etwa 40.600 Männer neu daran. „Derzeit können wir etwa zwei Drittel unserer Prostatakrebs-Patienten mit einer Bestrahlung heilen“, so Dr. Markus Alber, Projektleiter an der Radio-Onkologischen Universitätsklinik Tübingen. „Die Heilungschancen könnten wir auf bis zu 90 Prozent steigern, wenn wir die Strahlendosis erhöhen und millimetergenau auf den Tumor ausrichten“, erklärt der Medizin-Physiker.

Dies ist jedoch schwierig, da sich die Prostata durch ihre Lage neben Dickdarm und Harnblase je nach deren Füllmenge verschieben kann. Daher treffen die zerstörerischen Strahlen auch immer gesundes Gewebe. Eine zu hohe Strahlendosis würde zu erheblichen Nebenwirkungen führen.

Mit dem neuen Verfahren - der bildgestützten Strahlentherapie - soll sich die Strahlungsrichtung stets an die aktuelle Lage der Prostata anpassen und so das benachbarte gesunde Gewebe schonen. Die neue Methode der Tübinger Wissenschaftler basiert auf einem Computerprogramm, das bereits durch die Deutsche Krebshilfe gefördert wurde. Zusammen mit der Analyse von Computertomographie-Bildern von Betroffenen wollen die Mediziner die Bewegung der Prostata und deren Nachbarorgane bildlich und mathematisch erfassen.


„Unser Ziel ist es, die Lage der Prostata beim Patienten während der Strahlentherapie individuell zu berechnen und die zufälligen Bewegungen des Organs im Bestrahlungsplan zu berücksichtigen“, erläutert Dr. Alber. Tübingen ist weltweit führend, auf dem Gebiet dieser bildgestützten Strahlentherapie.
(Deutsche Krebshilfe, 09.02.2005 - DLO)
 
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