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Samstag, 21.10.2017
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Leuchtender Minihai mit Riesennase

Meeresforscher entdecken neue, ungewöhnliche Haiart im Pazifik

Seltener Fund: In den Tiefen vor Hawaii haben Meeresforscher eine neue Haiart entdeckt. Der weniger als 30 Zentimeter kleine Laternenhai besitzt eine ungewöhnlich große, knubbelige Nase – offenbar ist sein Riechorgan besonders stark ausgeprägt. Der Minihai hat zudem weniger Zähne als andere Haie und leuchtet im Dunkeln gelblich. Über seine Lebensweise ist bisher nichts bekannt, denn einen dieser Haie im Ozean zu beobachten ist bisher nicht gelungen.
Der neuentdeckte Hai Etmopterus lailae hat eine ungewöhnlich dicke Nase und kann im Dunkeln leuchten

Der neuentdeckte Hai Etmopterus lailae hat eine ungewöhnlich dicke Nase und kann im Dunkeln leuchten

Haie gehören zu den Top-Raubfischen im Meer. Doch längst nicht alle sind so bekannt wie die Riffhaie, der Weiße Hai, der Grönlandhai oder der ausgestorbene Riesenhai Carcharocles megalodon. Viele kleinere Haiarten leben nahezu verborgen in der Tiefsee. "Es gibt nur rund 450 Haiarten weltweit und man entdeckt nicht alle Tage eine neue Spezies", sagt Stephen Kajiura von der Florida Atlantic University.

Eine neue Spezies


Doch genau dies ist ihm und seinen Kollegen passiert – wie sie mit jahrelanger Verspätung feststellten. Sie hatten nordwestlich von Hawaii in 300 Metern Tiefe einen Hai gefangen, den sie trotz einiger ungewöhnlicher Merkmale zunächst für eine der bekannte Arten hielten. Das Tier war knapp 30 Zentimeter lang und schien zu den Laternenhaien zu gehören – eher kleinen, kaum erforschten Tiefseebewohnern.

Als ein Gutachter ihren Fachartikel las, wurde ihm klar, dass dieser Hai in keine der bekannten Spezies passte. Es musste sich um eine neue, noch unbekannte Art von Laternenhai handeln. "Ein großer Teil der marinen Artenvielfalt ist noch unerkannt. Aber dass wir im riesigen Ozean über eine kleine, neue Spezies von Haien gestolpert sind, ist wirklich aufregend", sagt Kajiura.


Minihai mit Knubbelnase


Der kleine Hai hat gleich eine ganze Reihe von Besonderheiten. "Die einzigartigen Merkmale und Charakteristiken dieses Hais unterscheiden ihn von allen anderen Laternenhaien", sagt Kajiura. So hat sein Kopf eine seltsame Form und seine Schnauze ist im Bereich der Nase ungewöhnlich groß und knubbelig. Das Riechorgan des Hais ist deutlich vergrößert.

"Diese Kreaturen leben in einer Tiefseeumgebung, in der es fast kein Licht gibt", sagt Kajiura. "Sie müssen daher eine große Nase haben, um ihre Beute zu erschnüffeln." Auffällig sind auch ein kahler, schuppenloser Bereich an der Unterseite der Schnauze und die Tatsache, dass dieser Hai weniger Zähne besitzt als anderer Laternenhaie.

Stephen Kajiura mit dem neueentdeckten Hai

Stephen Kajiura mit dem neueentdeckten Hai

Leuchtet im Dunkeln


Ähnlich wie viele andere Laternenhaie erzeugt auch der Etmopterus lailae getaufte Hai sein eigenes Licht: Biolumineszenz lässt seine Flanken und seinen Bauch im Dunkeln gelb leuchten. Warum die Laternenhaie dieses glimmende Licht produzieren, ist bisher noch unklar. Es könnte der Partnerfindung dienen und sicherstellen, dass die Haie im Dunkel der Tiefsee Paarungspartner ihrer eigenen Art identifizieren können.

Möglich wäre aber auch, dass die Biolumineszenz die Laternenhaie vor dem Gefressenwerden durch größere Raubfische schützen soll. Denn indem ihre Unterseite hell leuchtet, sind sie von unten gegen das nach oben hin heller werdende Wasser kaum mehr zu erkennen, wie die Meeresforscher erklären. Ebenfalls möglich wäre, dass die Haie mit dem Leuchten Beute anlocken.

Kaum erforscht


Von der Lebensweise und Biologie der Laternenhaie ist bisher kaum etwas bekannt - dies gilt erst recht für den neuentdeckten Etmopterus lailae. "Diese Spezies ist kaum erforscht, weil sie so klein ist und in tiefem Wasser lebt", erklärt Kajiura. "Sie sind nicht so leicht sichtbar und zugänglich wie viele andere Haiarten." Unter anderem deshalb ist es den Meeresforschern bisher nicht gelungen, weitere Exemplare dieses Hais im Ozean zu beobachten.

"Diese neue Art ist nur die Spitze des Eisbergs in Bezug auf das, was dort draußen noch alles existieren könnte", kommentiert Kajiuras Kollege Ata Sarajedini. "Es warten dort noch viele unbekannte Arten auf ihre Entdeckung und Erforschung." (Zootaxa, 2017; doi: 10.11646/zootaxa.4237.2.10)
(Florida Atlantic University, 26.07.2017 - NPO)
 
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