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Mittwoch, 27.07.2016
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Mikroplastik in Salz nachgewiesen

Meersalz aus China enthält bis zu 700 Plastikpartikel pro Kilogramm

Plastik im Kochtopf: Erstmals haben Forscher nun auch Mikroplastik in Salz nachgewiesen. Proben von chinesischem Meersalz enthielten bis zu knapp 700 Plastikpartikeln pro Kilogramm, wie sie berichten. Quelle dieses Mikroplastiks ist das Meerwasser, aus dem das Salz gewonnen wird – deshalb halten die Forscher es für sehr wahrscheinlich, dass auch Meersalz in anderen Ländern inzwischen mit Mikroplastik kontaminiert ist.
Auch im Meersalz ist inzwischen Mikroplastik enthalten

Auch im Meersalz ist inzwischen Mikroplastik enthalten

Der Plastikmüll unserer Zivilisation verschmutzt inzwischen Seen, Flüsse und den Ozean in großen Mengen. Kein Wunder daher, dass die winzigen Kunststoffreste aus unserem Plastikmüll inzwischen längst auch in der Nahrungskette angekommen sind: Nachgewiesen wurde das Mikroplastik inzwischen auch in Honig, Bier und Mineralwasser.

Bis sich das Mikroplastik auch in Meersalz findet, war daher nur eine Frage der Zeit – und die ist jetzt da. Für ihre Studie hatten Huahong Shi von der East China Normal University in Schanghai und seine Kollegen in Supermärkten Schanghais 15 auf den chinesischen Markt gängige Sorten von Markensalz gekauft und auf ihren Gehalt an Mikroplastik analysiert. Neben Meersalzen waren auch Steinsalz und Salz aus Sole darunter.

Bis zu 680 Partikel pro Kilogramm


Das Ergebnis: In jeder Salzsorte fanden die Forscher winzige Körnchen von Mikroplastik, meist weniger als 200 Mikrometer groß. Die meisten dieser Kunststoffpartikel enthielt wie erwartet das Meersalz. In ihm wiesen die Wissenschaftler zwischen 50 und 681 Plastikpartikel pro Kilogramm nach. Allein durch das ganz normale Salzen von Speisen würde ein Mensch pro Jahr damit rund tausend dieser Mikropartikel aufnehmen.


Alte PET-Flaschen im Wasser einer Flussmündung

Alte PET-Flaschen im Wasser einer Flussmündung

"Das ist unseres Wissens nach das erste Mal, dass eine Mikroplastik-Verschmutzung in einem abiotischen Meeresprodukt nachgewiesen wurde", sagen Shi und seine Kollegen. Ihrer Ansicht nach ist dies jedoch nicht verwunderlich, denn wenn das Meerwasser große Mengen dieser Kunststoffpartikel enthält, dann können diese bei der Salzgewinnung leicht auch in das fertige Salz gelangen. Sie halten es daher für wahrscheinlich, dass auch das in anderen Ländern verkaufte Meersalz mit Mikroplastik verunreinigt ist.

Der größte Teil ist PET


Der größte Teil des Mikroplastiks bestand aus dem Kunststoff Polyethylenterephthalat (PET), dem Material, aus dem Plastikflaschen, viele Plastikfolien und Textilfasern hergestellt werden. Gelangen diese als Abfall ins Meer, werden sie im Laufe der Zeit durch Wellen und andere Umwelteinflüsse immer weiter zerkleinert, bis schließlich nur noch das Mikroplastik übrigbleibt. 55 Prozent der gefundenen Partikel bestanden aus diesem Material, der Rest waren vor allem Polyethylen und Zellophan.

Aber auch das Stein- und Solesalz enthielten noch zwischen sieben und 204 Plastikpartikel pro Kilogramm. DA diese nicht aus dem Meer gewonnen werden, ist die Quelle des Kunststoffs weniger eindeutig festzustellen. Die Forscher vermuten jedoch, dass dieses Mikroplastik nicht bei der Salzgewinnung, sondern durch Kontamination beim Verarbeiten und Verpacken in das Salz gelangt ist. (Environmental Science & Technology, 2015; doi: 10.1021/acs.est.5b03163)
(American Chemical Society, 16.11.2015 - NPO)