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Dienstag, 27.09.2016
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Buchmacher-Statistik favorisiert Brasilien

Wahrscheinlichstes Endspiel der Fußball-WM ist Brasilien gegen Argentinien

Wer wird Fußball-Weltmeister? Diese Frage wird bis zum 13. Juli für einige Spannung sorgen. Forscher der Universität Wien wagen schon mal eine Prognose für den WM-Sieg: Ihrem auf Buchmacher-Quoten basierenden Modell nach wird Brasilien am wahrscheinlichsten die WM gewinnen. Immerhin: Die Forscher lagen mit ihren Prognosen auch 2008 und 2010 schon goldrichtig.
Brasilien ist bei den meisten Prognosen der Favorit für die WM-2014

Brasilien ist bei den meisten Prognosen der Favorit für die WM-2014

Erstmals seit 36 Jahren findet die FIFA-Weltmeisterschaft wieder in Südamerika statt. Und wie bei allen bisherigen in Südamerika ausgetragenen Fußball-WMs ist auch diesmal der Sieg eines südamerikanischen Landes, nämlich des Gastgebers Brasilien, am wahrscheinlichsten, wie der Statistiker Achim Zeileis von der Uni Innsbruck in einer gemeinsamen Arbeit mit zwei Kollegen von der Wirtschaftsuniversität Wien nachweist.

Die Wissenschaftler verwenden dabei ein Modell, das sich bereits bei Vorhersagen für die vergangenen beiden Fußball-Europameisterschaften und der WM 2010 bewährt hat: Das sogenannte Buchmacher-Konsensus-Modell. Das Forscherteam greift darin auf die Quoten von 22 Online-Wettanbietern (Buchmachern) zurück, die kombiniert mit komplexen statistischen Rechenmodellen eine Simulation aller möglichen Spielvarianten und Ergebnisse zulassen.

Quoten als Prognosehilfe


„Buchmacher setzen ihre Quoten basierend auf möglichst wahrscheinlichen Ergebnissen fest. Als Experten berücksichtigen sie nicht nur historische Daten, sondern auch kurzfristige Ereignisse wie zum Beispiel Verletzungen“, sagt der Statistiker. Die Quoten werden so definiert, dass sie einerseits den tatsächlichen Ergebnissen möglichst nahe kommen und andererseits auch dem Buchmacher seinen Gewinn sichern – das bildet eine sehr solide Basis für das Modell. „Allerdings müssen diese Quoten zunächst um die Aufschläge der Buchmacher bereinigt werden. Dann können wir daraus Wahrscheinlichkeiten ableiten.“


In zwei weiteren Schritten erheben die Statistiker dann den möglichen Sieger: Über die Wettquoten ergeben sich grundsätzliche Gewinnwahrscheinlichkeiten für jedes Team. In einem weiteren Schritt können die Forscher dann erheben, wie wahrscheinlich es ist, dass ein beliebiges Team gegen ein anderes gewinnt. „Der Spielplan stand zum Zeitpunkt, zu dem die Buchmacher ihre Quoten festgesetzt haben, bereits fest, deshalb müssen auch die Chancen der einzelnen Teams in der jeweiligen Gruppe berücksichtigt werden“, sagt Zeileis. Kombiniert mit den Buchmachererwartungen können die paarweisen Gewinnchancen in ein Rechenmodell einfließen, mit dessen Hilfe jede mögliche Spielvariante am Computer simuliert werden kann.

Brasilien, Argentinien, Deutschland und Spanien unter den Top 4


Die höchsten Siegchancen hat nach diesem Modell Brasilien mit einer Siegwahrscheinlichkeit von 22,5 Prozent. Drei weitere Mannschaften haben dahinter noch vergleichsweise hohe Chancen auf einen Sieg, wenn auch deutlich niedrigere als der Gastgeber: Argentinien gewinnt mit 15,8 Prozent Wahrscheinlichkeit, Deutschland mit 13,4 und Spanien mit 11,8 Prozent. Dahinter folgt sehr weit abgeschlagen eine Reihe weiterer Länder, mit Belgien als Insidertipp und „best of the rest“ mit einer Gewinn-Wahrscheinlichkeit von nur noch 4,8 Prozent.

Das Buchmacher-Modell erlaubt auch die Modellierung von Wahrscheinlichkeiten des Finalspiels, hier ist die Unsicherheit aber wesentlich höher – das wahrscheinlichste Finale lautet Brasilien gegen Argentinien. „Wir modellieren nicht nur den Sieger, sondern können jede denkbare Spielkonstellation darstellen. Bei diesen Modellen gewinnt Brasilien als einziges Team gegen deutlich mehr als die Hälfte aller anderen Teams mit einer Wahrscheinlichkeit von über 80 Prozent“, erklärt Achim Zeileis.

„Von einer 100 Prozent sicheren Prognose sind wir aber weit entfernt“, räumt der Forscher ein. Bis zum Finale am 13. Juli in Rio de Janeiro bleibt es also trotzdem spannend.
(Universität Innsbruck, 12.06.2014 - NPO)
 
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