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Samstag, 03.12.2016
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Yoga und Meditation halten das Gehirn jung

Forscher weisen bessere Intelligenz und Vernetzung des Gehirns bei Praktizierenden nach

Yoga und Meditation gelten als gesund und entspannend. Jetzt zeigt sich, dass sie unser Gehirn sogar vor Alterserscheinungen schützen können: Hirnforscher haben festgestellt, dass bei Menschen, die regelmäßig Yoga oder Meditation praktizieren, das Gehirn intern besser vernetzt bleibt. Der dadurch stärkere Informationsaustausch wirkt dem normalen Abbau bestimmter geistiger Leistungen mit dem Alter entgegen, so die Forscher.
Yoga und Meditation haben messbare Wirkung auf das Gehirn.

Yoga und Meditation haben messbare Wirkung auf das Gehirn.

Mit zunehmendem Alter lassen unsere Hirnfunktion und unsere kognitiven Fähigkeiten nach. Dazu gehört auch die sogenannte fluide Intelligenz, die für das Lösen neuartiger Aufgaben benötigt wird. Schon länger ist bekannt, dass sich dieser normale Abbau durch Bewegung und gezieltes kognitives Training verlangsamen lässt. Ob aber auch Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation helfen könne, war bisher unklar. Tim Gard von der Harvard Medical School in Boston und seine Kollegen haben dies nun genauer untersucht.

Mehr Achtsamkeit, mehr Intelligenz


Für ihre Studie untersuchten die Forscher die kognitiven Leistungen und die Hirnaktivität von 16 Yoga-Übenden, 16 Meditierenden und 15 Kontrollpersonen verschiedenen Alters. Alle Teilnehmer nahmen an mehreren verschiedenen Intelligenztests teil, die neben dem Gedächtnis und der verbalen Intelligenz spezifisch auch die fluide Intelligenz prüften. Zusätzlich unterzogen die Wissenschaftler ihre Probanden Hirnscans mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanz-Tomografie (fMRT). Dabei analysierten sie den Informationsfluss zwischen 116 Hirnregionen.

Das Ergebnis: Bei Meditierenden und Yoga-Übenden nahm mit steigendem Alter die fluide Intelligenz langsamer ab als bei den Kontrollpersonen. "Dies stimmt gut mit vorhergehenden Studien überein, die feststellten, dass Meditierende eine höhere Achtsamkeit besitzen als Nicht-Meditierende und dass diese mit dem Alter auch weniger stark abnimmt", erklären Gard und seine Kollegen. Die aktuellen Ergebnisse erweitern dies nun auf das gesamte Gebiet der fluiden Intelligenz und belegen zudem, dass auch Yoga die altersbedingten Einbußen in diesem Gebiet verringern kann.


Hirnareale besser vernetzt


Diese positive Wirkung von Yoga und Meditation spiegelte sich auch in der Hirnaktivität der Teilnehmer wider: Im Ruhezustand waren die verschiedenen Hirnbereiche stärker vernetzt, Informationen zwischen verschiedenen Hirnregionen wurden effizienter verarbeitet und eingeordnet. Wie die Forscher erklären, passt dies zu der Tatsache, dass auch Hirnnetzwerken von jüngeren und intelligenteren Menschen die verschiedenen Informationen besser integriert werden.

Die Hirnnetzwerke der Meditierenden und Yoga-Übenden besaßen zudem eine größere Widerstandsfähigkeit gegenüber simulierten Schädigungen, wie die Wissenschaftler berichten: Selbst wenn die wichtigsten Hirnregionen aus der Analyse ausgeschlossen wurden, war der Informationsfluss im verbleibenden Netzwerk immer noch effizient.

Nach Ansicht der Forscher weisen diese Ergebnisse darauf hin, dass Yoga und Meditation die negative Wirkung des Alters auf Intelligenz und Gehirn verringern können. "Es ist faszinierend, dass Yoga und Meditation uns vielleicht dabei helfen können, intelligent zu bleiben und unser Gehirn jung und effizient zu halten", konstatiert Gard. (Frontiers in Aging Neuroscience, 2014; doi: 10.3389/fnagi.2014.00076)
(Justus-Liebig-Universität Gießen, 08.05.2014 - NPO)
 
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