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Samstag, 01.10.2016
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Stress macht unfruchtbar

Bei Frauen mit erhöhtem Stress sinkt die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden deutlich

Stress kann nicht nur krank machen, er macht Frauen auch unfruchtbarer. Das belegt eine Studie von US-Forschern. Haben Frauen viel von einem Stress-Biomarker im Speichel, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie schwanger werden. Ihr Risiko für eine Unfruchtbarkeit verdoppelt sich dadurch, wie die Forscher im Fachmagazin "Human Reproduction" berichten.
Spermium an Eizelle

Spermium an Eizelle

Es klappt und klappt nicht - viele Paare leiden unter einem unerfüllten Kinderwunsch und je länger die ersehnte Schwangerschaft ausbleibt, desto mehr steigt der Druck. „Macht euch nicht so einen Stress", lautet dann ein typischer Ratschlag. Dass dies tatsächlich stimmen könnte, hatte schon eine vorherige Studie von Courtney Denning-Johnson Lynch von der Ohio State University und ihren Kollegen angedeutet. Sie hatten festgestellt, dass bei gestressten Frauen die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft sinkt.

Für ihre neue Studie haben die Forscher diesen möglichen Zusammenhang etwas genauer analysiert. Sie begleiteten dafür 373 gesunde Frauen im Alter von 18 bis 40 Jahren, die versuchten, schwanger zu werden. Zwölf Monate lang – oder bis zu einer erfolgreichen Empfängnis - sammelten die Forscher regelmäßig Speichelproben von allen teilnehmenden Frauen. Sie untersuchten darin das Niveau der sogenannten Alpha-Amylase. Studien haben gezeigt, dass das Niveau dieses Enzyms mit der Stressbelastung eines Menschen verknüpft ist – es handelt sich um einen Biomarker für Stress.

Ist die Frau gestresst und überarbeitet, dann klappt es weniger gut mit dem Kinderwunsch.

Ist die Frau gestresst und überarbeitet, dann klappt es weniger gut mit dem Kinderwunsch.

Geringere Chance für Schwangerschaft


Das Ergebnis: Frauen, die ein hohes Niveau von Alpha-Amylase in ihrem Speichel aufweisen, haben tatsächlich deutlich geringere Chancen, schwanger zu werden. Die Wahrscheinlichkeit ist demnach bei jedem Zyklus 29 Prozent geringer als bei Frauen mit geringen Konzentrationen des Stressmarkers. "Zum ersten Mal haben wir sogar gezeigt, dass dieser Effekt klinisch bedeutsam ist: Er erhöht das Risiko für eine Unfruchtbarkeit nach der medizinischen Definition um das Doppelte", erklärt Lynch. Medizinisch gesehen ist eine Frau unfruchtbar, wenn sie über den Zeitraum von zwölf Monaten hinweg trotz aller Bemühungen nicht schwanger wird.


Für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch weckt dieses Ergebnis auch Hoffnung: Möglicherweise könnte schon einfache Methoden zur Entspannung und Stressreduktion ihre Chancen für eine Empfängnis verbessern, so die Forscher. Das kann die Eindämmung von Stressfaktoren sein, aber auch Techniken wie Joga oder Meditation. „Welche Strategie am besten wirkt, weiß jede Frau meist selbst am besten", sagt Co-Autorin Germaine Buck Louis.

Die Forscher betonen aber auch, dass Stress natürlich nicht der einzige mögliche Grund für Unfruchtbarkeit ist. Bei ausbleibendem Erfolg sollten Untersuchungen klären, ob nicht eine körperliche Ursache bei Mann oder Frau einer erhofften Schwangerschaft im Wege steht.
(Ohio State University , 24.03.2014 - NPO/MVI)
 
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