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Dienstag, 30.08.2016
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Amselsterben: Tropisches Virus als potenzielle Ursache

Forscher weisen Usutu-Virus in Mücken und toten Amseln nach

Ein tropisches Virus könnte an dem rätselhaften Amselsterben schuld sein, das zurzeit im Südwesten Deutschlands grassiert. Wissenschaftler haben jetzt das tropische Usutu-Virus in mehreren Organen einer toten Amsel aus dem hessischen Birkenau nachgewiesen. Bereits 2010 hatte sich das ursprünglich aus Afrika stammende Virus erstmals in deutschen Stechmücken gefunden. Das Virus kann durch einen Mückenstich auch auf den Menschen übertragen werden und dann im Extremfall eine Gehirnentzündung auslösen.
Seit etwa zwei Monaten beschäftigt ein rätselhaftes Amselsterben mit Tausenden von toten Tieren die Vogelexperten des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) vor allem in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. In einigen Gebieten sind die Amseln schon fast vollständig verschwunden. „Wir vermuteten schon, dass Usutu-Viren die Ursache sein könnten“, erklärt Norbert Becker, Leiter der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage (KABS). Mit einem im vergangenen Jahr entwickelten Schnelltest – basierend auf der RT- PCR-Methode – bestätigten Forscher des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg nun die Vermutungen der Experten aus Süddeutschland.

„Dass das Massensterben der Vögel durch das Usutu-Virus bedingt ist, bleibt jedoch noch zu beweisen“, sagt Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut. Es sei wichtig, rechtzeitig vorhersagen zu können, welche durch Stechmücken übertragenen Viren sich in Deutschland ausbreiten und möglicherweise Menschen und Tiere bedrohen könnten. „Der Befund ist zwar alarmierend, da Usutu-Viren auch den Menschen infizieren können, jedoch sind in Deutschland bisher keine Infektionen von Menschen diagnostiziert worden."

Usutu-Virus auch auf Menschen übertragbar


Das Usutu-Virus ist kein reines Vogelvirus, sondern kann über einen Mückenstich auch auf den Menschen übertragen werden. "Es gibt zurzeit keine Hinweise darauf, dass das Usutu-Virus in
Deutschland auf Menschen übertragen wird oder gar eine Epidemie auslöst“, beruhigt Schmidt- Chanasit. Es sei jetzt wichtig, die medizinische Bedeutung der Ergebnisse für die Bevölkerung in
Deutschland näher zu untersuchen.


Im Herbst 2009 wurde erstmals Usutu-Fieber bei Patienten in Italien diagnostiziert. Schwere Verläufe wurden bei immungeschwächten und älteren Menschen beobachtet. Die Infektion geht mit Fieber, Kopfschmerzen und Hautausschlägen einher und kann im schlimmsten Fall eine Gehirnentzündung auslösen.
(Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, 16.09.2011 - NPO)
 
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