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Mittwoch, 24.05.2017
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Fukushima: Greenpeace fordert größere Evakuierungszone

Experten-Team fand bei Messungen bis zu 100 Mikrosievert pro Stunde außerhalb bisheriger Zone

Experten von Greenpeace haben rund um die havarierte Atomanlage Fukushima Daiichi etwa 240 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tokio unabhängige Radioaktivitätsmessungen durchgeführt und dabei noch 40 Kilometer entfernt stark erhöhte Strahlenwerte gefunden. Die Umweltorganisation forderte die japanische Regierung daher auf, die Evakuierungszone von bisher 20 auf 40 Kilometer zu erweitern.
AKW Fukushima Daiichi am 14. März 2011: Zwei Reaktorgebäude sind bereits zerstört

AKW Fukushima Daiichi am 14. März 2011: Zwei Reaktorgebäude sind bereits zerstört

Laut Greenpeace lagen die außerhalb des bisherigen Sperrgebiets gemessenen Werte zum Teil sogar höher als innerhalb der Zone. Im Dorf Iitate etwa, 40 Kilometer von Fukushima Daiichi entfernt, wurden Werte bis zu zehn Mikrosievert pro Stunde registriert. Die maximal tolerierbare Dosis für die Bevölkerung liegt bei 1.000 Mikrosievert pro Jahr.

Kinder und Schwangere zuerst


„Unsere Messungen decken sich mit denen der japanischen Regierung“, sagt Jan van de Putte, Strahlenschutzexperte von Greenpeace vor Ort in Tokio. „Dennoch unterlässt es die Regierung, die Menschen zu schützen, sie aus der Gefahrenzone zu bringen oder auch nur angemessen zu informieren. Die Regierung muss sofort tätig werden und zuerst Kinder und Schwangere aus dem Dorf Iitate evakuieren.“

Seit dem 26. März stellte das Greenpeace-Team an verschiedenen Orten nordwestlich von Fukushima Daiichi Strahlenmessungen an. Im Ort Tsushima, rund 35 Kilometer entfernt von der Atomanlage, wurden beispielsweise sogar bis zu 100 Mikrosievert pro Stunde gefunden. Die maximale Jahresdosis würde dort in nicht einmal einem halben Tag erreicht. Weitere Risiken wie Kontamination durch Einatmen von radioaktiven Partikeln oder durch Aufnahme mit der Nahrung kommen laut Greenpeace noch hinzu.


Radioaktive Wolke über Iitate


In den offiziell gemessenen Werten der japanischen Regierung sei eindeutig zu erkennen, dass am 15. März eine radioaktive Wolke über Iitate gezogen ist. Seitdem seien die Werte wieder gesunken, so die Umweltschutzorganisation. Die Radioaktivität aus der Reaktor-Katastrophe habe sich ungleichmäßig über das Land verteilt, daher sei eine konstante 20 Kilometer-Evakuierungszone unzureichend.

Greenpeace setzt Messungen fort


Bis Mitte April will das Greenpeace-Team rund um Fukushima Daiichi detailliertere Messungen anstellen. Es soll auch die Radioaktivität von Milch und Gemüse gemessen und Bodenproben genommen werden. Greenpeace begrüßt die Ankündigung von Japans Regierungssprecher Yukio Edano, zukünftig stärker auf Erneuerbare Energien zu setzen.

„Japan muss seine Pläne, neun weitere Atomkraftwerke bis 2020 bauen zu wollen, aufgeben“, forderte Hisayo Takada, Energie- und Klimaexperte von Greenpeace. „Stattdessen müssen diese Investitionen in Erneuerbare Energien fließen.“
(Greenpeace, 31.03.2011 - DLO)
 
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